PEILUNG #8: COPING

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02.09.2025 / 19:00 – 21:00
Mit Variable Name/Назва змінна

Mit Coping setzen Lada Nakonechna und Bettina Klein ihre 2022 initiierte Reihe Peilung fort, die KünstlerInnen, FilmemacherInnen und WissenschaftlerInnen aus der Ukraine eine Plattform für die Präsentation ihrer Arbeit und ein Diskussionsforum bietet  und mit Mitteln des Auswärtigen Amt durch das Berliner Künstlerprogramm des DAAD ermöglicht wird.

Der englische Begriff „Coping“ hat eine ambivalente Etymologie, die sowohl die Idee eines schützenden Umhangs (von lat. ‚cappa‘) als auch das altfranzösische ‚couper‘ (schlagen) in sich trägt. Verschiedene Formen der Auseinandersetzung mit Verlusten, ob im Kollektiv oder via Introspektion, gedanklich oder materiell, charakterisieren die in Peilung #8 vorgestellten Werke von Variable Name und Olga Gaidash.  

Olga Gaidash präsentiert ihr Projekt Phantom Museum, das sie gemeinsam mit Daša Anosova initiierte und 2024 mit Ivan Bazak, Violett e a und dem Warschauer Architekturbüro Centrala zur Eröffnung des MSN Museum of Modern Art in Warschau realisierte. Die KünstlerInnen stellten dafür im Auftrag des Phantom Museums Kopien historischer Artefakte her, ohne Zugriff auf die von russischen Besatzern aus ukrainischen Museen gestohlenen Originale zu haben. Die Objekte sind vielmehr freie Interpretationen und basieren auf Erinnerungen oder der Imagination der Teammitglieder.

„Der Krieg zwingt uns dazu, die Verbindung zwischen Körper, Land und Erinnerung neu zu überdenken, da wir den Kontakt zu fast allem verloren haben, was wir kannten und liebten.“  Variable Name

Im Film So Close You Can Almost Touch It von Variable Name führen die ProtagonistInnen ein Gespräch in einer virtuellen Höhle. Er ist Teil einer interaktiven Installation, die ein multisensorisches Erlebnis ermöglicht, bei dem Erinnerungen physisch greifbar werden. Geschichten aus dem tiefen kollektiven Gedächtnis, wie die Überflutung von Siedlungen während des Baus des Kakhovka Reservoirs in den 1950er Jahren, finden dabei einen Widerhall in den Tragödien der Gegenwart: 2023 kam es zu einer Flutkatastrophe, als russische Truppen den Kakhovka Damm zerstörten. Erneut besteht die Gefahr, dass mit den Ortschaften auch die Erinnerung daran mit neuen Narrativen überschrieben wird.

Bildnachweis: Variable Name/Назва змінна: „So Close You Can Almost Touch It“ (2025), Videostill

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