Leitlinien

Seit der Gründung 1963 in West-Berlin hat das Berliner Künstlerprogramm des DAAD einen wesentlichen Beitrag zur Internationalisierung der Kulturproduktion geleistet. Das Programm schafft Räume für Begegnung und Veränderung, indem es Menschen mit vielfältigen Hintergründen, Erfahrungen, Kulturen und Identitäten für bis zu ein Jahr nach Berlin einlädt.

In seinen verschiedenen Rollen als Gastgeber, Unterstützer und Ermöglicher engagiert sich das Berliner Künstlerprogramm für die Förderung von Vielfalt und setzt sich gegen jegliche Art der Diskriminierung ein. In allen internen und externen Belangen verfolgt das Programm eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Rassismus, Antisemitismus, Islamophobie, Queerphobie, Belästigung und Missbrauch in jeder Form. Es bietet Schutz für Kulturschaffende, deren künstlerische Freiheit und freie Meinungsäußerung bedroht sind.

Die Arbeit des Berliner Künstlerprogramms des DAAD findet nicht in einem neutralen, ahistorischen Raum statt. So heißt es in der Berliner Erklärung von DIE VIELEN, einem Netzwerk von Kulturvereinen und Kulturschaffenden, die sich gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Angriffe auf die Kunstfreiheit stark machen: 

„Als Aktive der Kulturlandschaft in Deutschland stehen wir nicht über den Dingen, sondern auf einem Boden, von dem aus die größten Staatsverbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurden. In diesem Land wurde schon einmal Kunst als entartet diffamiert und Kultur flächendeckend zu Propagandazwecken missbraucht. Millionen Menschen wurden ermordet oder gingen ins Exil, unter ihnen auch viele Künstler*innen. Heute begreifen wir die Kunst und ihre Einrichtungen, die Museen, Theater, Ateliers, Clubs und urbanen Orte als offene Räume, die vielen gehören. Unsere Gesellschaft ist eine plurale Versammlung. Viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander und finden sich oft im Dazwischen. Demokratie muss täglich neu verhandelt werden – aber immer unter einer Voraussetzung: Es geht um Alle, um jede*n Einzelne*n als Wesen der vielen Möglichkeiten!“

(Mehrsprachige Versionen der Berliner Erklärung finden Sie unter: Declarations Multilingual – Die Vielen)

Als Team des Berliner Künstlerprogramms des DAAD haben wir die Verantwortung, diese ethischen und demokratischen Werte zu wahren. Wir arbeiten unablässig daran, unser Programm so inklusiv und sicher wie möglich zu gestalten – für Menschen aller Geschlechter, Rassifizierungen, Altersgruppen, Veranlagungen und Klassen sowie für weitere Gruppen, die häufig unerwähnt bleiben. Wir fordern daher alle auf – unsere KollegInnen, PartnerInnen und AuftragnehmerInnen sowie unsere StipendiatInnen und BesucherInnen –, sich gegenseitig zu respektieren.

Als NachbarInnen in Berlin tragen wir alle zur Kultur und Atmosphäre der Stadt bei. Es ist wichtig, dass wir uns selbst weiterbilden, sowohl durch externe Beratung als auch durch internen Dialog. Diese Bemühungen setzen wir kontinuierlich fort, und wir sind entschlossen, weiter zu lernen und besser zu werden. Zu diesem Prozess gehört auch eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte im Hinblick auf frühere Ausgrenzungen und deren Konsequenzen.

Das bedeutet nicht, dass wir immer alles richtig machen, aber wir bemühen uns, aus negativen Rückmeldungen, Vorfällen oder Fehlern zu lernen und sicherzustellen, dass sie sich nicht wiederholen.

Wenn Sie uns eine Rückmeldung geben, Belästigungen oder Missbrauch melden oder eine Beschwerde einreichen möchten, wenden Sie sich bitte per E-Mail an uns. Allen Beschwerden wird nachgegangen.

Allgemeine Anfragen: bkp.berlin@daad.de

Beauftragter für Antidiskriminierung: Sebastian Dürer, duerer.berlin@daad.de

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