THINKING PLURIMI

  • Kunsthaus Dahlem
  • Musikperformance
  • Tanzperformance

14.02.2026 / 14:00 – 15:00

14.02.2026 / 14:00–15:00 Uhr / Kunsthaus Dahlem

In der choreographisch-musikalischen Performance Thinking Plurimi setzen sich drei ukrainische Künstlerinnen mit den in seinen Kunstwerken verkörperten Erfahrungen Emilio Vedovas in Berlin zwischen 1963 und 1965 auseinander. Zu dieser Zeit hielt sich Vedova im Rahmen des von der Ford Foundation gegründeten Artist-in-Residence-Programms (dem späteren Berliner Künstlerprogramm) in dem Gebäude auf, das heute das Kunsthaus Dahlem ist. Dayana Mankovska, Viktoria Yerchyk und Olena Shykina interpretieren seine Erfahrung durch körperliche (Tanz-) und musikalische Formen an eben diesem Ort neu. Sie erkunden, wie der historische Kontext Berlins und die Architektur des Ateliers Vedova beeinflusst haben, und untersuchen gleichzeitig, wie dieser Kontext heute ihre eigenen Handlungen prägt.

Der Titel der Performance bezieht sich auf das Konzept, das Vedova in dieser Zeit aktiv entwickelte: Plurimi – mehrteilige abstrakte Werke, die sich in unterschiedlichen Winkeln in den Raum entfalten. Vedova erfand speziell für diese Serie den Neologismus »Plurimi«, der »mehr als plural« bedeutet; er kann als Ausdruck der Vielfalt gesellschaftlicher Energien und Stimmungen sowie als visuelle Verkörperung eines zersplitterten Verständnisses der Welt als kohärentes Ganzes verstanden werden.

Thinking Plurimi besteht aus zwei Teilen, die die Grenzen zwischen Freiheit und Konflikt erkunden. Die Aufführung ist in die Phasen »Unterdrückung« und »Befreiung« unterteilt, gleichzeitig zeigt sie die Unmöglichkeit, diese Zustände innerhalb bestimmter historischer und politischer Umstände klar voneinander zu trennen.

Die Musik greift auf die Ansätze des italienischen Avantgarde-Komponisten Luigi Nono zurück, der mit Vedova zusammengearbeitet hat; beide teilten, eine ähnliche künstlerische Vision. Sie basiert zudem auf der Analyse des »Klangraums« Berlin in den Jahren 1963–1965 – unter Einbeziehung von Nachrichtenarchiven – sowie auf Experimenten, in denen die vokalen Intonationen Emilio Vedovas mittels neuronaler Netzwerke in Klang übersetzt werden.

Kunsthaus Dahlem, Käuzchensteig 8-12, 14195 Berlin
Eintritt frei im Rahmen der Ausstellung EMILIO VEDOVA – Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen (Tickets 6 EUR)

Gefördert vom Deutschen Akademischen Austauschdienst aus Mitteln des Auswärtigen Amtes
Kooperationspartner: Part.ua e.V.

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