Tom McCarthy: On the Threshold of Being
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03.09.2025 / 19:00 – 21:00
Mit Tom McCarthy
Mit Tom McCarthy und Ann Cotten
Am 3. September feiern wir das Erscheinen von Tom McCarthys neuem Buch The Threshold and the Ledger (Notting Hill Editions, 2025), eine essayistische Auseinandersetzung mit der österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann, die im Frühjahr 1963 die erste Fellow des damals neu gegründeten Berliner Künstler*programms war. Im Gespräch mit der Dichterin, Essayistin und Übersetzerin Ann Cotten wird Tom McCarthy sein Buch vorstellen.
Seit ihrem frühen Tod im Jahr 1973 gilt Ingeborg Bachmann als eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Ausgehend von Salz und Brot, einem frühen Gedicht Bachmanns, greift McCarthy zwei zentrale Begriffe daraus auf – die Schwelle (threshold) und das Schuldbuch (ledger) – und entfaltet daraus eine assoziative Bewegung: durch das Werk von Franz Kafka, David Lynch, Anne Carson, Sappho und Shakespeare.
Lässt sich Schreiben als Erfahrung einer Schwelle begreifen – als Grenz- oder Übergangszustand? Als Zustand der Ekstase, eines Außer-sich-Seins? Wenn Identität aufbricht und überschritten wird – wie, und von wem, lässt sich eine solche Erfahrung festhalten?
Zum Anlass von Bachmanns 100. Geburtstag hält McCarthys Buch ein Plädoyer für die zentrale Bedeutung ihrer Vision – für das Schreiben selbst.

daadgalerie
Oranienstraße 161
Berlin-Kreuzberg
Lesung und Gespräch auf Englisch
Eintritt frei
Tom McCarthy ist Romanautor und Essayist. Sein Werke wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt und für Kino, Theater und Radio adaptiert . Er erhielt den Believer Book Award und den Windham-Campbell-Preis für Belletristik, war Finalist des Internationalen Literaturpreises sowie zweimal Finalist des Booker Prize. Zudem verfasste er Tintin and the Secret of Literature sowie den Essayband Typewriters, Bombs, Jellyfish. Sein jüngster Roman, The Making of Incarnation, erschien 2021. Seit 2022 ist er als Miller Scholar am Santa Fe Institute in New Mexico tätig. Geboren in Schottland, besitzt er inzwischen die schwedische Staatsbürgerschaft und lebt in Berlin.
Ann Cotten wurde 1982 in Iowa geboren und wuchs in Wien auf. Ihre literarische Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Gert-Jonke-Preis 2021 und dem Christine Lavant Preis 2024. Zuletzt erschienen der Erzählungsband Lyophilia (2019), der poetisch-theoretische Band Die Anleitungen der Vorfahren (2023) sowie ihre deutsche Übersetzung von Rosmarie Waldrops Pippins Tochters Taschentuch (2021). Ann Cotten lebt in Wien und Berlin.
Photo Tom McCarthy: Christian Werner