ERWIN ROMULO: UTOPIAN HISTORIES

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26.11.2025 / 19:00 – 21:00
Mit Erwin T. Romulo

An diesem Abend werden drei Projekte – ein Film, ein Verlagshaus, eine live Performance – des Kurators, Autors und Komponisten Erwin Romulo vorgestellt, der sich im Rahmen eines DAAD-Stipendiums für Künste & Medien für einen Monat in Berlin aufhält. Alle Werke sind Formen des Geschichtenerzählens, die durch verschiedene Medien zum Ausdruck kommen und an denen einige von Romulos langjährigen Kollaborateuren aus den Bereichen Film, Verlagswesen und Musik mitwirken.

Romulos Präsentation folgt Brian Enos Leitgedanken: „Ich habe immer gedacht, meine Aufgabe als Künstler sei es, Objekte zu schaffen, die in eine Welt gehören, in der ich gerne leben würde.“ Er wird außerdem bahala na als kreativen Ansatz diskutieren. Bahala na ist ein philippinischer Ausdruck, der „was auch immer kommen mag“ bedeutet, eine optimistische Akzeptanz, die das Ergebnis einer höheren Macht anvertraut. Für Romulo ist dieses Prinzip weder resignierter Fatalismus, wie er im Westen definiert wird, noch entschlossenes Eingehen von Risiken, wie es von den Befürwortern von Sikolihiyang Pilipino erklärt wird. Stattdessen betrachtet er Unsicherheit als einen produktiven Raum, der unerwartete Ideen und konzeptionelle Durchbrüche entstehen lässt.

Film Screening
Das Programm beginnt mit Martika Escobars Dokumentarfilm über Neal Oshima, einen renommierten Fotografen aus den Philippinen, dessen kommerzielle, redaktionelle und künstlerische Arbeit vier Jahrzehnte umfasst. Geleitet von der visuellen Anthropologie hat Oshima indigene Kulturen mit unvergleichlicher Tiefe und Sensibilität dokumentiert. Der Film bietet ein intimes Porträt seines Lebens und Schaffens, das vor dem Hintergrund seines Zuhauses entsteht. Er präsentiert neues Material, das speziell für den Dokumentarfilm erstellt wurde, und greift auf Oshimas umfangreiche Archive zurück, um die Geschichten hinter einigen seiner denkwürdigsten Fotografien zu enthüllen.

Gespräch über die Verlagsinitiative ASO mit Mathias Zeiske
Nach der Vorführung wird Romulo über mehrere aktuelle Projekte sprechen, wobei der Schwerpunkt auf ASO liegt, einer Verlagsinitiative für ungeschriebene Bücher.
ASO wurde von Romulo zusammen mit der Künstlerin Silke Lapina und der Kreativtechnologin Berna Misa gegründet. Derzeit umfasst es zehn vorgeschlagene Titel von philippinischen AutorInnen. Die teilnehmenden Autorinnen und Autoren wurden gefragt, was sie schreiben würden, wenn sie die Zeit und die Ressourcen dafür hätten. Sie antworteten mit imaginären Titeln, Zusammenfassungen, Zeitplänen und Budgets. Diese Vorschläge werden auf der ASO-Website vorgestellt und mit Plattformen geteilt, die kreative Projekte finanzieren. ASO plant, die Projekte auf Buchmessen, in Pop-up-Räumen, auf Krypto-Konferenzen und Blockchain-Treffen sowie in Galerien zu präsentieren. Ihre Strategie umfasst gestaffelte Unterstützungsstufen mit entsprechenden Belohnungen. Eine der spielerischsten Belohnungen ermöglicht es einem Unterstützer, eine Figur in einem Buch zu werden. ASO verpflichtet sich, die Erstausgaben in der Originalsprache (Englisch/Filipino) und auf Deutsch zu produzieren.

Live Performance mit Bibingka
Der in Berlin lebende philippinische Drag-Künstler Bibingka (Alvin Collantes) wird eine Performance mit dem Titel 501 uraufführen. Die Musik wurde ursprünglich für das Ballett „Limang Daan“ in Zusammenarbeit zwischen Romulo, dem Komponisten Malek Lopez und der Librettistin Moira Lang produziert.
In dieser Präsentation greifen Romulo, Lopez und Lang die Themen von Limang Daan wieder auf und erweitern sie, um Alvins persönliche Geschichte seiner Migration nach Nordamerika, in den Nahen Osten und nach Europa zu erkunden und dabei die Spannungen der Assimilation und die Möglichkeiten der Weltgestaltung von „Bibingka“, Alvin’s Drag-Persönlichkeit, nachzuzeichnen. 501 enthält auch die Stimme der in Mindanao lebenden Künstlerin Carol Bello, die während der letzten Aufführung von Limang Daan live und improvisiert aufgenommen wurde.

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freier Eintritt, alle willkommen
das Gespräch findet auf Englisch statt

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