Frankreich / Hongkong, Künste und Medien / Planetary Transitions RIFS, 2025, in Berlin

Angela
Ka Ki Lee

Angela Ka Ki Lee ist eine französisch-hongkongische Architektin und Professorin, deren transdisziplinäre Praxis sich zwischen Raumgestaltung, sozioökologischer Recherche und kuratorischer Forschung bewegt. Sie untersucht räumliche Ökologien, unsichtbare Infrastrukturen und die verborgenen Stoffwechselprozesse städtischer Umgebungen aus der Perspektive des Neuen Materialismus und positioniert Architektur als Medium für kollektive Forschung und planetarische Vorstellungskraft. Ihre Arbeit kombiniert feldbasierte Untersuchungen, Materialprototypen und partizipative Prozesse. Seit 2010 arbeitet sie mit internationalen NGOs zusammen und versteht Architektur als Schnittstelle zwischen Design, Psychologie, Pädagogik und sozialem Engagement.

Ihre aktuelle Forschung untersucht das Konzept des Energozäns und verfolgt die Stoffwechselprozesse versteckter Energieinfrastrukturen und unterirdischer Georessourcen, die technisch, konzeptionell und kulturell oft unsichtbar sind. Sie argumentiert, dass diese Kultur des Verbergens die Energiewende daran hindert, ihre kritischen Herausforderungen anzugehen. Ihre Projekte zielen darauf ab, diese Systeme zu entlarven und zu entschlüsseln – von der Gewinnung und Regulierung bis hin zu ökologischen Auswirkungen und alltäglichen Erfahrungen. Indem sie Infrastrukturen als kulturelle, ökologische und soziale Kräfte neu definiert und experimentelle Methoden mit interdisziplinären Inputs und Bottom-up-Interventionen entwickelt, möchte sie poetische Vorstellungen von Gemeingütern und neuen Formen kollektiver Verantwortung innerhalb des planetarischen Urbanismus erschließen.

Das Programm „Künste und Medien“ des DAAD, die Stadt Potsdam und das Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit – Helmholtz-Zentrum Potsdam (RIFS) haben ein neues Stipendienprogramm ins Leben gerufen, die „Planetary Transitions: Potsdam Artist Residency“. Das Fellowship steht Kunstschaffenden aus dem Ausland offen oder solchen, die erst seit kurzem in Deutschland leben, und wird am RIFS realisiert. Die Fellows arbeiten an ihren Projekten auf dem Campus und werden bei der Vernetzung mit Forschenden am RIFS sowie den kulturellen und wissenschaftlichen Einrichtungen im Großraum Potsdam/ Berlin unterstützt.


Foto: Constanze Flamme

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