WELTTAG DER POESIE 2025: EIN FEST FÜR DIE LYRIK

Am 21. März findet der 26. UNESCO-Welttag der Poesie statt. Sechs internationale Dichter:innen lesen in ihren Sprachen:

AVRINA (Tamil Nadu), in diesem Jahr Stipendiatin der Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf, schreibt Lyrik und Prosa, ausgezeichnet u.a. mit dem Short Fiction / University of Essex International Short Story Prize 2021.

Petr Borkovec (Tschechien) und Georg Leß (Arnsberg) sind die Preisträger des deutsch-tschechischen Dresdner Lyrikpreises 2024. Von Georg Leß liegen vier Gedichtbände vor, zuletzt erschienen die Nacht der Hungerputten  (kookbooks 2023) und Lindwurmsichtungen und Berichtigungen (Corvinus Presse 2024). Petr Borkovec, Dichter und Übersetzer (vor allem russischer Lyrik des 20. Jahrhunderts), ist bereits vielfach ins Deutsche übersetzt worden, zuletzt erschien ein Band mit Prosaminiaturen, Den Stock aufheben (Edition Korrespondenzen 2024, Übersetzung: Lena Dorn).

Rachel McNicholl, Übersetzerin und Dichterin von der Westküste Irlands, war Stipendiatin des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg. Während ihres Stipendienaufenthalts entstanden neue Gedichte, die nun erstmals ins Deutsche übersetzt wurden von Eva Bourke und Hans-Christian Oeser.

María Negroni (Argentinien), 2024/25 Fellow des Berliner Künstlerprogramms des DAAD, ist vielfach ausgezeichnete Dichterin, Romanautorin und Essayistin. Zu ihren Werken zählen u.a. die Gedichtbände Arte y Fuga (Pre-Textos 2004, dt. Kunst und Fuge) und Interludio en Berlín (Pre-Textos 2014, dt. Interludium in Berlin).

Seda Tunç (Türkei), Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude, lebt als Lyrikerin und Übersetzerin in Wien. Ihr Debütband WELCH (edition mosaik) erschien 2021. Derzeit arbeitet sie an ihrem nächsten Gedichtband, der sich mit nationaler Grenzpolitik, struktureller Gewalt und Vertreibung auseinandersetzt.

Der UNESCO-Welttag der Poesie würdigt den Stellenwert der Poesie, die Vielfalt des Kulturguts Sprache und die Bedeutung mündlicher Traditionen. 

Lesungen in Originalsprache mit deutschen Übersetzungen zum Mitlesen.
Unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission

Eine Gemeinschaftsveranstaltung des Haus für Poesie und der Deutschen UNESCO-Kommission, der Akademie Schloss Solitude, des Berliner Künstlerprogramms des DAAD, der Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf, des Czech Literary Centre und des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg

Haus für Poesie
Kulturbrauerei
Knaackstr. 97
10435 Berlin

Tickets hier

Bildnachweis (v. links): Petr Borkovec (c) Jana Plavec, Rachel McNicholl (c) Christian Jungeblodt, AVRINA (c) Marc Meinke, Georg Leß (c) Dirk Skiba, Seda Tunç (c) Marisa Vranjes, María Negroni (c) Alejandor Guyot

Der Wind schneidet mir die Wurzeln ab

Poesie kann Zuflucht sein in der Heimatlosigkeit, diese Erfahrung teilen die drei afghanischen Lyrikerinnen, die am 4. März im Haus für Poesie lesen. Von Karima Shabrang (geboren 1985 in Afghanistan) liegen fünf Gedichtbände in persischer Sprache vor, für die sie vielfach ausgezeichnet wurde. Aufgrund des offenen Umgangs mit Erotik und weiblicher Lust in ihren Gedichten wurde sie verfolgt und lebt als ICORN-Stipendiatin in Berlin. Fariba Haidari (geboren 1974 in Afghanistan) lebt seit 2012 als Dichterin und Filmemacherin in Schweden. Ihr Kurzfilm Leila (2023), der an diesem Abend gezeigt wird, thematisiert das Leben einer Transfrau in Afghanistan und wurde mit dem Guldbagge-Preis als bester Kurzfilm ausgezeichnet. Die Veranstaltung wird persisch-deutsch gedolmetscht. Moderation: Ali Abdollahi. In Zusammenarbeit mit der Schwedischen Botschaft Berlin

zu Gast beim DEXZA-Festival, Word’n’Music Joburg-Berlin

Lesungen und Konzerte mit El Congo Allen, Trompete / Percussion, Berlin, Amewu, Hip Hop, Berlin, Yugen Blakrok, Hip Hop, Johannesburg, Mara Genschel, Autorin, Stuttgart, Vuyelwa Maluleke, Spoken Word, Johannesburg, Dalibor Markovic, Spoken Word, Frankfurt a. M., Thabiso »Afurakan« Mohare, Spoken Word / Hip Hop, Johannesburg, Lwazilubanzi Mthembu, Singer-Songwriter, Johannesburg, Charl-Pierre Naudé, Autor, Johannesburg

DExZA – das ist Lyrik, performative Poesie und Hip Hop zwischen Johannesburg und Berlin. In diesem literarisch-musikalischen Austauschprojekt haben südafrikanische Künstlerinnen und Künstler mit ihren deutschen Kollegen neue Texte geschrieben sowie Melodien und Sounds komponiert. Bereits im Herbst 2015 haben sie das Publikum in Johannesburg begeistert. Nun sind sie auf insgesamt vier Veranstaltungen in Berlin zu erleben.
In Workshops lernten sich die Autorinnen, Autoren und Musiker kennen und suchten ihre Anknüpfungspunkte. Texte, Performance und Inhalte haben sie gegenseitig in ihre Sprache und Kunstform übertragen. Sie erkundeten gemeinsam neue Ästhetiken, und es entstand ein genreübergreifendes Übersetzen, Musizieren und Erschaffen.
Mit Texten, Performance und Konzert wird das viertägige DExZA-Festival in der Heinrich Böll Stiftung eröffnet. Am folgenden Abend in der Literaturwerkstatt Berlin/Haus für Poesie präsentieren die Künstlerinnen und Künstler ihre Werke aus den Workshops und geben Einblicke in die Poesie-, Spoken Word- und Musikszenen in Johannesburg und Berlin.

Ein Projekt von No Boundaries e. V. und des Word N Sound Festival, gefördert durch die Heinrich Böll Stiftung. Mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amtes/Deutsche Botschaft Pretoria, des Goethe-Instituts Johannesburg, des Goethe-Instituts Zentrale München und des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. Unterstützt durch die Literaturwerkstatt Berlin/Haus für Poesie und die Südafrikanische Botschaft in Berlin.

Mi 13.4. 19:00: Eröffnung mit Lesung und Konzert
Heinrich Böll Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin
Eintritt frei

Do 14.4. 19:00: Lesung, Performance und Hintergrundgespräch
Literaturwerkstatt Berlin/Haus für Poesie
Knaackstraße 97 (Kulturbrauerei), 10435 Berlin

Eintritt € 6/4

Foto: Nicky Rofail

Chinabox. Neue Lyrik aus der Volksrepublik

Eine besondere Premiere: Seit mehr als zwanzig Jahren ist in Deutschland keine repräsentative Sammlung chinesischer Gegenwartslyrik erschienen. „Chinabox“ (Verlagshaus Berlin 2016) öffnet wieder das Fenster zu einer Lyrikszene, die so lebendig und vielfältig ist wie die Volksrepublik selbst. Die Anthologie enthält Gedichte, die die chinesische Gegenwartslyrik wesentlich prägen, in Deutschland aber unbekannt sind. Was sie verbindet, ist ihre erstaunliche Leichtigkeit, mit der sie verschiedene Positionen zusammenbringen: Der chinesische Kanon trifft auf die europäische Moderne, Gesellschaftskritik auf Sprachspiele, Industrie auf Akademie.
Startpunkt der Arbeit an diesem Buch war das poesiefestival berlin 2015. Sechs Autorinnen und Autoren aus China sowie zwei Dichter aus dem Exil waren zu Gast. Eine Auswahl ihrer Texte, die für das Festival übersetzt wurden, haben nun Eingang in die „Chinabox“ gefunden.
Die Herausgeberin und Lyrikerin Lea Schneider (geb. 1989 in Köln) und der Künstler Yan Jun (geb. 1973 in Lanzhou), 2016 Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD, stellen den Band vor. Jun arbeitet mit field recordings, schreibt „gegen alle organisierten Lügen“ an und gegen Dinge des Alltags, etwa mit „Meine Bettdecke ist ein Monster“. Er lebt als Kritiker, DJ, Musiker und Betreiber des Labels Subjam in Beijing. Seine Performances vereinen Lyrik mit elektronischer Musik und Feedback-Geräuschen des Mikrofons – live zu erleben im Haus für Poesie.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Haus für Poesie

In Lesung und Gespräch: Lea Schneider, Sinologin, Übersetzerin und Herausgeberin und Yan Jun, Dichter, Musiker und Komponist

Moderation: Asmus Trautsch

Eintritt 6,– / 4,–

Foto: Kryzstof Zielinski