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sergey kasich verwischt in seiner Person bewusst die Trennlinie zwischen Künstler und Techniker, um so zu neuen Formen des Ausdrucks zu finden. Bei seinen Experimenten stehen in erster Linie Installationen und generative Arbeiten im Mittelpunkt. Ebenso arbeitet er daran, neue musikalische Werkzeuge zu schaffen und diese allgemein zugänglich zu machen. Gestik, Verkörperung, Urbanistik und Architektur zählen zu seinen besonderen Interessen.

kasichs neueste Installation, Preservation of Silence, verbindet architektonische Ansätze, Überlegungen zum urbanen Raum und zur Materialforschung sowie zum Phänomen des Schalls, um auf das Verschwinden von Orten der Stille im urbanen Kontext aufmerksam zu machen. Dieses Werk erstellt eine Karte, auf der die verschiedenen in einer Stadt herrschenden Lärmpegel verzeichnet sind, um die Orte zu identifizieren, wo sich noch Stille findet. Ein weiteres Ergebnis ist die eindrucksvolle Struktur einer lärmschluckenden Mauer, die aus echofreien Materialien gebaut ist. Besucher*innen, die diesen Raum betreten, werden dazu angeregt, sich Gedanken über diese interessante Lösung zu machen, in der ein passives Bauwerk die dynamischen Eigenschaften eines Ortes zu verändern vermag. Eine weitere Arbeit der letzten Zeit, FingerRing (2016), bedient sich der elektrischen Leitfähigkeit der menschlichen Haut und formt daraus ein Mehrkanal-Instrument zur Erzeugung von Klangcollagen. Während kasich das Instrument in seiner Vorstellung konzipierte, «dachte er an akustische Instrumente der Volksmusik, an das Theremin und an Noise, ein Musikgenre, in dem der Mangel an Standardisierung und die allgegenwärtige Instabilität des Systems die Musizierenden bei einer Live-Performance dazu zwingt, durch ständige Anpassung der Hand nach Gehör einen Ausgleich herbeizuführen». – VICE. Zur Ermutigung von Eigeninitiative stellte er Unterrichtseinheiten online, um zu zeigen, wie man das Instrument in einer sehr einfachen Version für Anfänger*innen selbst bauen kann oder auch in einer komplizierteren Version, die zwar Spezialwerkzeuge erfordert, aber interessantere Klänge und mehr Möglichkeiten der Klanggestaltung für die Spielerin oder den Spieler bietet.

Während sergey im letzten Jahrzehnt regelmäßig auch künstlerischen Output vorgelegt hat, gilt sein hauptsächliches Interesse der Ermutigung von Eigeninitiative und den Klangkunst-Communities. Da für ihn in Russland der Aufbau von Communities, die sich mit Klangkunst und eigenständigem Experimentieren beschäftigen, wichtig ist, rief er 2011 die russische Klangkunst-Community SoundArtist.ru ins Leben. 2014 baute er dies Initiative aus zur SA))_gallery (Russlands erste, nach wie vor aktive Klangkunstgalerie) und dem SA))_studio (ein von Künstler*innen betriebenes Studio für experimentelle Klang- und Multimedia-Kunst). Im Rahmen des alljährlichen Podgotovlenniye Sredy Festival des experimentellen Klangs, das er 2009 in Moskau initiierte, veranstaltete sergey mit der besonders für diesen Anlass eingeladenen Künstlerin Christina Kubisch einen von Russlands ersten elektrischen Soundwalks (2013, mit Unterstützung des Goethe Instituts Moskau) ebenso wie andere Events mit russischen und internationalen Künstler*innen.

Geboren in Sewastopol, Krim; Bachelor- und Masterabschluss in Psychologie (Lomonossow-Universität Mokau); zeitgleich mit einem fünfjährigen Studium am Theremin Center for Electroacoustic Music am Tschaikowsky Staatskonservatorium Moskau.

kasich war Mitglied der Jury des Prix Ars Electronica 2015 (Digital Musics and Sound Art) und produzierte für dieselbe Ausgabe ein Russian Sound Art Showcase. 2015 trat er bei dem Takamatsu Media Art Festival in Japan auf. 2018 stellte er seine FingerRing-Technik bei dem NIME Kongress (Virginia Tech University, USA) vor und hielt mehrere Monate FingerRing-Seminare am New Yorker HARVESTWORKS Digital Media Arts Center. 2019 kuratierte er Russian Sound Art Showcase für das Electronic Art Festival New York.

Text: Taïca Replansky
Deutsche Übersetzung: Otmar Binder

Photo Credits: Julia Borovaya

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