The Fire Theory: MI CASA NO ES SU CASA

  • Ausstellung

28.07.2026 - 18.10.2026
Mit The Fire Theory

Die Ausstellung MI CASA NO ES SU CASA ist von Eduardo Changs Werk Residente permanente por vínculo (2009) inspiriert und setzt sich mit den Widersprüchen von Grenzen, Migration, Vertreibung und Transterritorialität auseinander. In einer Wohnungsumgebung präsentiert, spiegelt die Ausstellung sowohl die kollektiven als auch die intimen emotionalen Realitäten der salvadorianischen Migration wider.

Die Ausstellung bewegt sich durch vielfältige künstlerische Formate von dokumentarischen Praktiken hin zu metaphorischen und poetischen Ansätzen. José Cabezas steuert dokumentarische Fotografien von Migrantenkarawanen und Abschiebungen bei, ergänzt durch analoge Landschaftsaufnahmen, die die Schönheit und Zerbrechlichkeit El Salvadors darstellen. Lucy Tomasinos Horizontes dokumentiert soziale und physische Grenzen durch instabile Fotodrucke, die mit Farbstoffen hergestellt wurden, die aus Blumen gewonnen wurden, welche hinter den Mauern von Villen der Oberschicht wachsen.

Am Eingang der Wohnung untergräbt eine Fußmatte mit der Aufschrift „MI CASA NO ES SU CASA“ auf ironische Weise traditionelle Vorstellungen von Gastfreundschaft und Akzeptanz. Gerardo Gómez’ Gemälde lenken den Fokus der Ausstellung weg von der Fotografie hin zu ausdrucksstarken Darstellungen des alltäglichen Lebens in El Salvador, die durch verzerrte Perspektiven und persönliche Beobachtungen geprägt sind.

Danny Zavaleta und Mauricio Esquivel präsentieren ein View-Master-Betrachtungsgerät, das Erinnerung, Migration, Gewalt und Intimität miteinander verbindet. Das Werk zeigt den Künstler beim Skateboardfahren vor einer mit Gang-Markierungen versehenen Architektur in Ilopango und verweist damit auf Zavaletas späteres Asylverfahren und seine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung in Kanada. Dem Werk gegenüber hängen Antonio Romeros Kohleporträts, die sich mit fragmentierter Identität, Überwachung, Verbergung sowie den psychologischen Auswirkungen von Vertreibung und Autoritarismus auseinandersetzen.

Zwischen Romeros Porträts spiegelt Lissania Vatras Videoperformance, in der sie mit einem Löffel gräbt, Instabilität, Zerbrechlichkeit und den Wunsch wider, woanders zu sein. Josefina Paz’ Arbeit in den Dünen von Santa Teresa, New Mexico, thematisiert Migration als Raum der Resilienz und des Übergangs zwischen Territorien, Leben und Tod.

Verónica Vides’ Arbeit verbindet Migration mit ökologischem Überleben und stellt den Menschen als Teil eines sich regenerierenden natürlichen Ökosystems dar und nicht als Ausbeuter. Die Dokumentation zeigt, wie sie sich während einer Performance in Madrid mit Naturmaterialien tarnt, die sie in der Umgebung gesammelt hat, und greift damit Themen wie Anpassung und Überleben auf.

Die Ausstellung endet in der Küche der Wohnung mit einem Video von Víctor Cruz und Hugo Portillo, das eine Bananenpflanze in einer verschneiten Landschaft zeigt. Das Werk thematisiert auf poetische Weise Migration, Nostalgie und die emotionale Erfahrung, fremde Räume zu bewohnen.

Künstler*innen: Eduardo Chang, Lucy Tomasino, Gerardo Gómez, José Cabezas, Lissania Vatra, Josefina Paz, Antonio Romero, Danny Zavaleta, Verónica Vides, Víctor Cruz & Hugo Portillo

The Fire Theory sind: Mauricio Kabistán, Melissa Guevara, Mauricio Esquivel und Victor Rodríguez

Ab dem 28. Juli 2026 nach Voranmeldung geöffnet:
thefiretheory(at)gmail.com
+49 171 4717 408

Adresse: Grainauer Straße 19, 10777 Berlin

Bildnachweis: „Mi casa no es su casa“, von Eduardo Chang, Häkelarbeit von Marta Esquivel, Foto: The Fire Theory

zum Seitenanfang