Shifting Perspectives

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Shifting Perspectives

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If the Berlin Wind Blows my Flag. The Story of a West Berlin Fellowship

Centrális Galéria, Blinken OSA Archvium 

13.12.2025 – 08.03.2026

Bettina von Arnim, Endre Bálint, Gábor Bódy, Wojciech Bruszewski, Daniel Buren, Timmi Kwaku Davis & Yehudit Yinhar, Agnes Denes,  Ieva Epnere, Wojciech Fangor, György Galántai, Gyula Gulyás, István Haász, Gusztáv Hámos & Katja Pratschke, István Haraszty, Joan Jonas, György Jovánovics, Milan Knížák, Shigeko Kubota, László Lakner, Dóra Maurer, Hajnal Németh, Tanja Ostojić, Robert Rehfeldt, Josef Robakowski, Alicja Rogalska, Zofia Kulik (KwieKulik), Sonya Schönberger, Shelly Silver, Charles Simonds, Petr Štembera, Endre Tót, Dominika Trapp, Ben Vautier, Jiří Valoch, Ryszard Waśko, Ruth Wolf-Rehfeldt

Im Anschluss an die Ausstellung If the Berlin Wind Blows My Flag. Kunst und Internationalisierung vor dem Fall der Berliner Mauer (2023/24), die sich mit der Geschichte und Politik des Berliner Künstlerprogramms des DAAD (BKP) befasste, wird im Dezember 2025 eine neue Ausgabe des Projekts in der Galeria Centralis des Blinken OSA Archivums in Budapest eröffnet. Unter dem Titel Shifting Perspectives: If the Berlin Wind Blows my Flag. The Story of a West Berlin Fellowship erweitert diese Fortsetzung des Projekts die kritische Reflexion über die kulturellen und institutionellen Dynamiken des Kalten Krieges auf einen mittel- und osteuropäischen Kontext.

Auf der Grundlage der Archive des BKP und des Archivums untersucht die Ausstellung das Zusammenspiel zwischen politischen Institutionen und künstlerischen Praktiken über den westlichen Rahmen hinaus. Sie konzentriert sich auf die Rolle von Förderinstitutionen wie der Ford Foundation, der International Association for Cultural Freedom und dem DAAD bei der Förderung des Dialogs zwischen osteuropäischen und westlichen Künstler*innen und Intellektuellen. Mehr als dreißig ungarische Kulturschaffende aus den Bereichen Kunst, Musik, Literatur und Film – wie György Jovánovics, György Galántai, László Lakner, Endre Tót und István Harasztÿ nahmen vor 1989 am BKP teil, was das Ausmaß des grenzüberschreitenden künstlerischen Engagements trotz geopolitischer Trennungen verdeutlicht.

Die Ausstellung baut auf der Strategie des Projekts auf, Lücken und Auslassungen in institutionellen Narrativen aufzudecken. Besonderes Augenmerk wird auf die Beiträge und die Sichtbarkeit von Künstlerinnen gelegt, wobei Pionierinnen wie Bettina von Arnim, Dóra Maurer und Zofia Kulik mit zeitgenössischen Perspektiven von Dominika Trapp, Tanja Ostojić und Ieva Epnere in Verbindung gebracht werden. Darüber hinaus werden Künstlerinnen aus staatssozialistischen Ländern hervorgehoben, deren Arbeit aufgrund ihrer Relevanz und Qualität im Rahmen des BKP ebenso förderungswürdig gewesen wäre. Durch die Neubetrachtung künstlerischer Praktiken und Darstellungsformen in archivarischen Narrativen versucht die Ausstellung, die kulturelle Geografie dieser Zeit neu zu denken und Anerkennungshierarchien in Frage zu stellen.

Shifting Perspectives zeichnet auch alternative Kunstnetzwerke nach, die durch gemeinsame künstlerische Ansätze ideologische Grenzen überschritten haben, wie beispielsweise die Mail-Art-Bewegung oder der Workshop of the Film Form (WFF) in Łódź. Eine Fallstudie über Jürgen Schweinebradens EP Galerie in Ostberlin, die Künstler*innen von beiden Seiten des Eisernen Vorhangs miteinander verband – darunter Dóra Maurer, Jiří Valoch und Charles Simonds –, dient als Modell für künstlerische Solidarität und bürgerschaftliches Engagement.

Die Budapester Ausgabe wird ergänzt durch Kooperationen mit zeitgenössischen Künstlern, die sich direkt mit den Archiven als künstlerischem Material auseinandergesetzt haben: Sonya Schönberger, Alicja Rogalska, Timmi Kwaku Davis und Yehudit Yinhar haben neue Werke entwickelt, die Mechanismen der Ausgrenzung, die Politik der Erinnerung und die Ethik der Fürsorge und Anerkennung hinterfragen.

Durch diesen Dialog zwischen Archiven, Künstler*innengenerationen und Publikum möchte Shifting Perspectives neue Narrative transkultureller Haltungen artikulieren – solche, die aus gemeinsamen Geschichten und dem Potenzial der Kunst entstehen, Formen der Solidarität über Zeit und Raum hinweg zu visualisieren. 

Kuratiert von Nóra Lukács und Melanie Roumiguière

Centrális Galéria
Blinken OSA Archivum
Arany János utca 32
1051 Budapest

Bildnachweis: Endre Tót, Berlin TÓTalJOYS, Westberlin, 1979, sw-Fotografie, Foto: Herta Paraschin

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