MALAURY ELOI PAISLEY IM KINO ARSENAL
- Kino Arsenal
- Gespräch
- Screening
01.07.2026 - 02.07.2026
Mit Malaury Eloi Paisley
Die Filmemacherin und bildende Künstlerin Malaury Eloi Paisley (Fellow 2026) aus Guadeloupe stellt sich mit zwei Filmen vor, die jeweils Körper mit dem urbanen Raum verbinden und sowohl Einsamkeit und Schmerz als auch Schönheit und Poesie vermitteln: ihr dokumentarisches Langfilmdebüt L’homme-vertige: Tales of a City (2024) und The River (1997) vom taiwanesischen Regisseur Tsai Ming-liang.
Mittwoch, 01.07., 20:00 Uhr
L’homme-vertige: Tales of a City, Malaury Eloi Paisley / Frankreich 2024
93 Min. / OmeU (Originalsprache: Französisch, Guadeloupe-Kreolisch)
Verfall, Verwahrlosung und Zerstörung überall: Pointe-à-Pitre, die größte Stadt des kleinen karibischen Archipels Guadeloupe ist marode. Die Bagger der Abbruchfirma „Avenir Déconstruction“ reißen Wohnblöcke ab, die genau das nicht mehr haben: eine Zukunft. Im Modus des Driftens hat die Filmemacherin ihre von Lethargie geprägte Heimatstadt sechs Jahre lang erkundet und zeigt sie uns – mit präzise fotografierten Bildern und vom Sounddesign verstärkt – als eine Stadt der Geister. In den leeren Straßen trifft sie auf Menschen, die am Rande des Abgrunds wanken, sich aber nicht verloren geben: u.a. den einstigen Befreiungskämpfer Ti Chal, den drogenabhängigen Eddie, den Fischentschupper Kanpèch. Und den Dichter Eric, der Texte von Joël Beuze und Amílcar Cabral vorträgt. Sie begegnet ihnen mit großer Empathie, zeigt ihre Wunden und den täglichen Überlebenskampf – und sorgt mit diesem Film dafür, dass ihre Erinnerung bewahrt wird.
Im Anschluss Diskussion mit Malaury Eloi Paisley, Moderation: Birgit Kohler
Tickets
Donnerstag, 02.07., 20:00 Uhr
The River, Tsai Ming-liang / Taiwan 1997
115 Min. / DCP / OmeU (Originalsprache: Mandarin)
Hsiao-Kang lebt mit seinen einander fremden Eltern im Zustand totaler Kommunikationslosigkeit unter einem Dach. Er hat häufig Sex mit Zufallsbekanntschaften. Die Mutter geht einer Affäre nach, der Vater sucht in seiner Freizeit anonymen Sex in den schwulen Saunas von Taipeh. Außerdem ist er damit beschäftigt, ein unaufhaltsames Wasserleck in der Wohnung zu stoppen. Nachdem Hsiao-Kang bei einem Filmdreh als Statist eine Wasserleiche gemimt hat, verspürt er einen unerklärlichen stechenden Schmerz im Nacken und macht sich mit seinem Vater auf die Suche nach einem Wunderheiler. Ein bildgewaltiges, traurig-schönes und beunruhigendes Porträt tiefer innerfamiliärer Isolation.
Einführung (auf Englisch): Malaury Eloi Paisley
Tickets
Kino Arsenal, Plantagenstr. 30, 13347 Berlin
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Bildnachweis: Malaury Eloi Paisley "L'homme-vertige" (2024), Filmstill