Anup Mathew Thomas: Two new books, two new works plus an old one for good measure
- daadgalerie
- Ausstellung
Mit Arbeiten von Anup Mathew Thomas
19. Juni – 16. August 2026
Eröffnung: 18. Juni 2026, 19 Uhr
Mit Two new books, two new works plus an old one for good measure stellt Anup Mathew Thomas dem Berliner Publikum erstmals eine konzentrierte Auswahl seiner Arbeiten vor. Mittels neuer Werke wie Apparitions (2026), Sunday service (2026) sowie dem älteren Werk Scene from a wake (2016) und dem damit verwandten Curtain greift die Ausstellung in der daadgalerie* im Œuvre des Künstlers wiederkehrende Themen auf. Die als wanderndes Objekt präsentierte Arbeit Curtain erweitert das ausgestellte Bild in den Galerieraum hinein. In ähnlicher Weise erscheint Dead as News (2026), an dem der Künstler die letzten 10 Jahre gearbeitet hat, als mehr als nur ein Buch in der Ausstellung. Native ball (2025), herausgegeben von Reliable Copy mit dem Berliner Künstlerprogramm, ist ein Kompendium seiner zwischen 2007 und 2016 entstandenen Text- und Bildarbeiten mit Bezug auf das südindische Kerala, dem Herkunftsstaat des Künstlers.
Die Arbeiten von Anup Mathew Thomas bewegen sich auf der Schwelle zwischen Dokumentation und Tatsache sowie Fiktion und Fabel. Ihre Überzeugungs- und Vorstellungskraft beziehen sie aus den Spannungen zwischen Text und Bild, Beobachtung und Deutung, wobei sie den Stellenwert fotografischer Bilder und journalistischer Texte bei der Vermittlung von Wahrheit oder Wissen über die Welt hinterfragen. Indem er seine Fotografien in der Rolle des Erzählers textlich vermittelt, lenkt der Künstler die Aufmerksamkeit gezielt auf bestimmte Themen und Überlegungen und bietet eher subtile Hinweise als festgelegte Bedeutungen an. In den Lücken zwischen Berichterstattung und Erzählung entsteht ein Spielraum der Mehrdeutigkeit. Dieser verschiebt den Blick auf das Bekannte und Gewöhnliche und lässt uns die Zufälle und Ungewissheiten des alltäglichen Lebens mit seinen sozialen Normen, Bräuchen, Traditionen und Mythen neu sehen.
Als Ganzes betrachtet, wirft die Ausstellung in der daadgalerie folgende Fragen auf:
Was bleibt von einem Künstleraufenthalt nach Ende eines Stipendiums? Wer ist wem gegenüber Rechenschaft schuldig – und wofür? Was geschieht mit einer entschieden hyperlokalen künstlerischen Praxis – wie der von Anup Mathew Thomas –, sobald sie in einen völlig anderen Kontext versetzt wird? Und wie lässt sich die Entwicklung eines künstlerischen Werkes über viele Jahre hinweg vor dem Hintergrund all dessen nachzeichnen, was es umgibt?
Anstatt einfache Antworten zu geben, beginnt Anup Mathew Thomas mit einer Liste.
Kuratiert und produziert von Raisa Galofre und Malte Roloff
* Im Anschluss an diese Ausstellung wird die daadgalerie an einen neuen Standort umziehen. Genaueres wird in Kürze bekannt gegeben.
Bild: Anup Mathew Thomas, Apparitions (detail) 2026
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Anup Mathew Thomas, Apparitions (detail) 2026