Zwei Abende mit Yeo Siew Hua

14.10.2025 - 15.10.2025 / 20:00 – 22:00
Mit Yeo Siew Hua

Es ist eine lange und schöne Tradition, dass die Film Fellows des DAAD Artists-in-Berlin Program einen ihrer Filme im Kino Arsenal präsentieren – im Dialog mit einem Film, der sie geprägt hat.

Am 14. und 15. Oktober stellt der singapurische Drehbuchautor und Regisseur Yeo Siew Hua seinen dritten Spielfilm Stranger Eyes (2024) einem weiteren zeitgenössischen Meisterwerk aus Asien gegenüber: Poetry (2010) von Lee Chang-dong. Die Screenings finden im Rahmen der Reihe Arsenal on Location im fsk Kino in Kreuzberg statt, nur wenige Schritte von der daadgalerie entfernt.

Stranger Eyes
126 Min. / DCP
Originalfassung mit englischen Untertiteln
Im Anschluss Gespräch mit Yeo Siew Hua, moderiert von Birgit Kohler
Di, 14.10., 20 Uhr
fsk Kino

„I’m watching you“ – ein T-Shirt-Aufdruck zu Beginn – ist Teil des Programms von Stranger Eyes , der die (auch dem Kino inhärenten) Dynamiken des Sehens und Gesehenwerdens in vielfältiger Weise reflektiert. Nachdem die zweijährige Tochter eines jungen Paars auf dem Spielplatz spurlos verschwunden ist, verzweifeln die Eltern ob der erfolglosen Suche. Als sie anonym DVDs erhalten, die vor und nach dem Verschwinden des Kindes heimlich gefilmte private Szenen zeigen, installiert die Polizei eine Überwachungskamera vor ihrer Wohnung. Bald gerät ihr Nachbar Wu (Lee Kang-sheng) unter Verdacht. Stranger Eyes  verhandelt Voyeurismus, mediale Selbstinszenierung, Überwachungskultur und die Allgegenwart von Kameras im digitalen Zeitalter in Form eines Thrillers, der mehrfach die Erzählperspektive wechselt und zu einer Studie über urbane Isolation wird. (Birgit Kohler)

Shi / Poetry
139 Min. / DCP
Originalfassung mit englischen Untertiteln
Einführung von Yeo Siew Hua
Mi, 15.10., 20 Uhr
fsk Kino

Die Bedeutung des Sehens, des Blicks auf die Welt, steht im Zentrum von Poetry. Die 66-jährige Witwe Mi-ja (Yun Jung-hee) arbeitet als Pflegekraft und zieht ihren Teenager-Enkel groß. Nach einer Alzheimer-Diagnose meldet sie sich in einem Poesie-Kurs an – sie möchte ein Gedicht schreiben, bevor ihr die Worte abhandenkommen. „Um Gedichte zu schreiben, muss man gut sehen können. Das Wichtigste im Leben ist das Sehen“ sagt der Dozent. Doch ihre Suche nach Schönheit und Inspiration wird jäh unterbrochen von der Grausamkeit und Gleichgültigkeit einer ignoranten Gesellschaft: Ihr Enkel ist in den Tod einer Klassenkameradin verstrickt – was Mi-ja in ein moralisches Dilemma stürzt. Es ist ihr Schmerz, der sie schließlich sehen und schreiben lässt. (Birgit Kohler)

In Kooperation mit Arsenal

fsk Kino am Oranienplatz
Segitzdamm 2
10969 Berlin

Tickets über das fsk Kino

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