Brasilien, Künste und Medien / Planetary Transitions RIFS, 2025

Samir
Dams

Samir Dams ist ein bildender Künstler und Forscher aus Belém do Pará, Brasilien. Seine Arbeit untersucht das Konzept der „Bildlandschaft“, verstanden als Schnittstelle zwischen Territorium, kollektivem Gedächtnis und Dissidenz. Seit 2014 hat Dams anhand seiner fotografischen Aufnahmen eine umfassende Forschung zu Stadtlandschaften des Amazonasgebiets entwickelt, die sich zwischen Fotografie, erweiterter Malerei und Installation bewegt. Er arbeitet mit recycelten Materialien – wie Plastiktüten, Planen und Klebebändern –, die gleichzeitig als Medium und Zeichen fungieren und zum Nachdenken über Konsum, Abfall und die symbolische Rekonstruktion von Territorium anregen. Seine künstlerische Produktion verwebt Themen wie Zugehörigkeit, informelle Ökonomien, periphere Urbanisierung, Kunst und Ökologie sowie queere Kunst und positioniert den Körper sowohl im politischen als auch im poetischen Feld. Aufbauend auf diesen Untersuchungen schlägt Dams ortsspezifische Installationen und visuelle Interventionen vor, die darauf abzielen, neue Wege des Sehens, Fühlens und Bewohnens des Amazonas zu aktivieren.

Derzeit absolviert er einen Master-Studiengang in Bildender Kunst an der Bundesuniversität von Pará (UFPA), wo er zum Thema „Amazonian Photoclubism” forscht. Er hat an nationalen und internationalen Ausstellungen teilgenommen, darunter der 28. Anapolino Art Salon (Brasilien), Fotoativa 40 Years: Web, Flow and Resistance und die 7. Ausgabe der Rencontres Photographiques Biennale (2021–2022). Außerdem arbeitet er als Koordinator bei der Fotoativa Association.

Im November und Dezember 2025 unternimmt Samir Dams seine erste internationale Residency, die Planetary Transitions: Potsdam Artist Residency, in Deutschland. Während seines Aufenthalts in Potsdam entwickelt er das Projekt Comércios em Trânsito: Urban and Sustainable Perspectives in Art, das die symbolischen Landschaften und materiellen Überreste beliebter Einkaufszentren untersucht und nachhaltige künstlerische Praktiken im Dialog mit Erfahrungen des Konsums, des Abfalls und des städtischen sozialen Gedächtnisses erforscht.

Das Programm „Künste und Medien“ des DAAD, die Stadt Potsdam und das Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit – Helmholtz-Zentrum Potsdam (RIFS) haben ein neues Stipendienprogramm ins Leben gerufen, die „Planetary Transitions: Potsdam Artist Residency“. Das Fellowship steht Kunstschaffenden aus dem Ausland offen oder solchen, die erst seit kurzem in Deutschland leben, und wird am RIFS realisiert. Die Fellows arbeiten an ihren Projekten auf dem Campus und werden bei der Vernetzung mit Forschenden am RIFS sowie den kulturellen und wissenschaftlichen Einrichtungen im Großraum Potsdam/ Berlin unterstützt.

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