Ungarn, ERIAC / Künste und Medien, 2025, in Berlin

Anita
Horváth

Foto: Viktor Bera

Anita Horváth ist eine bildende Künstlerin ungarischer Herkunft mit Roma-Wurzeln, deren Arbeit sich mit Identität, Selbstdarstellung und der Bildsprache des kollektiven Gedächtnisses aus der Perspektive der Erfahrungen von Roma-Frauen befasst.
Sie absolvierte die Budapest Metropolitan University (BA in Fotografie) mit Schwerpunkt auf der fotografischen Darstellung der ungarischen Roma und erwarb ihren MA in Fotografie an der Moholy-Nagy University of Art and Design (MOME), wo sie in ihrer Abschlussarbeit eine eigenständige Neuinterpretation des künstlerischen Erbes von OMARA vorstellte.

Ihre fortlaufende Serie You Are Not Like Them spricht aus der doppelten Minderheitenposition von Roma-Frauen und hinterfragt traditionelle Rollen und schädliche Stereotypen, indem sie die Urheberschaft über ihr eigenes Bild zurückerobert.

Horváths Werke wurden im Capa Center (European Kinship, 2025), der Bura Gallery (2024, 2025) in Budapest, am European Roma Institute for Arts and Culture in Berlin (CARGO – of Dust and Ashes, 2024) und während der OFF-Biennale Budapest (these walls are not here to defend us, 2025) gezeigt. Ihre Arbeiten wurden in Publikationen wie Élet és Irodalom, British Journal of Photography, Vogue Italia, HVG und Népszava veröffentlicht. Ihre Einzelausstellung Igyekszik az ember lánya (Eine Frau gibt ihr Bestes) ist bis zum 30. November 2025 in der Bura Gallery zu sehen.

Anita Horváth ist ab November 2025 die erste Stipendiatin des neuen ERIAC-DAAD-Residenzprogramm für Künste und Medien. Das Berliner Künstlerprogramm des DAAD und das European Roma Institute for Arts and Culture (ERIAC) ermöglichen mit dieser langfristigen Kooperation jährlich einen einmonatigen Aufenthalt in Berlin für eine/n Künstler*in oder Kulturschaffende/n mit selbst erklärter Roma-Identität. Das Programm baut auf dem gemeinsamen Engagement für kulturelle Gleichberechtigung und die Stärkung unterrepräsentierter Stimmen im internationalen Kulturbetrieb auf. 
 
Die Auswahljury 2025 bestand aus: 
Małgorzata Mirga-Tas (Künstlerin und ehemalige Stipendiatin Berliner Künstlerprogramm des DAAD 2022)  
Melanie Roumiguière da Silva (Leiterin Bildende Künste, stellvertretende Direktorin Berliner Künstlerprogramm des DAAD) 
Timea Junghaus (Kuratorin, Kunsthistorikerin und Geschäftsführerin von ERIAC) 
 
Die Jury möchte Rudy Dumas-Jandolo öffentlich als Zweitplatzierten des Auswahlprozesses 2025 würdigen und damit die Qualität und Relevanz seiner Bewerbung anerkennen. 
 
Anita Horváth präsentiert ab 11.12.25 ihre künstlerische Praxis in einer Gruppenausstellung in den Räumen von ERIAC in Berlin. Weitere künstlerische Positionen in dieser Ausstellung sind Rudy Dumas-Jandolo (ebenfalls Kandidat des ERIAC-DAAD-Residenzprogramms für Künste und Medien) und Monika Kováčová (Villa Romana-ERIAC Artist in Residence 2025).

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