Japan, Musik, 1994
Akio
Suzuki
Der japanische Künstler Akio Suzuki wurde 1941 im nordkoreanischen Pyongyang geboren. Mit vier Jahren kam Suzuki nach Aichi / Japan. In den 60er Jahren begann er seine „Self-Study-Events“; jahrelang hat er dabei als Klangforscher Orte in der Natur und Architekturräume auf ihre Klangqualitäten hin untersucht. Er untersucht Orte, indem er eine Topographie des Klanges auf dem Prinzip von Ruf und Echo erstellt.
Die intensive Beschäftigung mit dem Phänomen des Nachhalls bzw. Echos führte ihn in den 70er Jahren zur Erfindung eigener Instrumente, z.B. der Glasharmonika à la Suzuki und des Spiral-Echo-Instruments ANALAPOS. Seit den 70er Jahren gibt er Performances mit diesen selbstgebauten Instrumenten.
Seine Klangkonzept-Performances mit Alltagsgegenständen wie Zeitungspapier und Tellern oder mit anderen schlichten Materialien entwickelte er in den späten 70er Jahren. 1981 erhielt Suzuki ein Stipendium der Rockefeller Foundation in New York. 1988 führte er sein Werk Space in the Sun auf, bei dem er seine Ohren über einen Zeitraum von 24 Stunden in der Natur entlang der Meridianlinie, die durch Amino (Kyoto) verläuft, „reinigte“. Seit 1989 arbeitet er häufig mit der Tänzerin und Performancekünstlerin Junko Wada zusammen.
1994 war er Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. 1996 begann er sein Projekt o to da te, in dem er im städtischen Raum nach Echo-Punkten sucht. Heute lebt Suzuki auf dem Land in der Nähe des Japanischen Meeres.
Im Mai 2026 kehrt Akio Suzuki auf Einladung nach Berlin zurück, wo er im Rahmen von singuhr XXX seine Installation oto-date berlin 2026 im öffentlichen Raum präsentiert.
Oto-date ist ein fortlaufender Projektzyklus von Akio Suzuki, bei dem er das Publikum dazu einlädt, an bestimmten Orten im städtischen Raum still zu stehen. Diese Orte sind durch ein Piktogramm markiert, das eine Kombination aus menschlichen Fußabdrücken und Ohren zeigt. Das Projekt zielt darauf ab, die Menschen dazu zu bewegen, den Klängen ihrer Umgebung aufmerksam zuzuhören.
Der japanische Begriff oto-date setzt sich aus den Schriftzeichen für „Klang/Hören“ und „Punkt“ zusammen, also „Hörpunkt“, und ist von der japanischen Teezeremonie nodate inspiriert, die im Freien stattfindet. Da das Publikum eingeladen ist, die Klangumgebung der Stadt unmittelbar zu erleben, gibt es keine Tonaufnahmen dieser Spaziergänge.
Ausstellungen (Auswahl)
1976
Solo sound exhibition, Minami Gallery, Tokyo;
1978
Festival d’Autonome à Paris
1983
Performing Original Music, Japan House, New York;
1984
Pro Musica Nova, Bremen;
1987
Pro Musica Nova, Bremen;
1988
Space in the Sun, Kyoto;
1993
Solo sound exhibition and performance „+ – 0“, Xebec, Kobe;
1994
Inventionen 94, Berlin; Cause and Effect, Museet for Samtidskunst, Roskilde; Het Apollohuis, Eindhoven; Künstlerhaus Bethanien, Berlin;
1995
Make-up, 7th international Contemporary Music Forum of Kyoto;
1996
otodate, sonambiente festival, Berlin;
1997
Klangräume, Stadtgalerie Saarbrücken;
1998
Chorus Donaueschinger Musiktage 98, Donaueschingen;
1999
soundculture 99, Auckland / Neuseeland; Klang Kunst Festival – UND II. Wiesbaden; tubridge 99 – 00, daadgalerie, Berlin