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Malek Alloula in Lesung in Gespräch (fr. & dt.)

Moderation: Susanne Stemmler

Es liest: Matthias Scherwenikas
Als Malek Alloula 1937 im algerischen Oran zur Welt kommt, ist das kollektive Gedächtnis seines Landes an die eigene kulturelle Vergangenheit durch die französischen Kolonialisten so gut wie völlig ausgelöscht. Hinzu gesellt sich bei ihm eine zweite einschneidende Erfahrung:
Mitte der 1960er Jahre geht der studierte Literaturwissenschaftler und Absolvent der École Normale Supérieure nach Paris ins Exil, wo er noch heute lebt. Erst vor dem Hintergrund dieses doppelten Verlusts ist die grundlegende Geste zu verstehen, die Malek Alloulas gesamtes Schaffen kennzeichnet: Ob als Lyriker, Prosaautor oder als Verfasser poetisch-philosophischer Essays — immer kehrt er zurück zu den »Ruinen« der Kindheit und seiner Heimat, um qua Wort das Vergangene wiederauferstehen zu lassen. Gegen die Ausradierung der eigenen kulturellen Wurzeln, die nicht zuletzt die Algerier selbst betreiben, richtet sich Malek Alloulas jüngster Lyrikband »Approchant du seuil ils dirent« (2010). Darin erinnert der Autor — der hierzulande vor allem durch sein Buch »Haremsphantasien. Aus dem Postkartenalbum der Kolonialzeit« (1981; dt.:1994) bekannt wurde — an die spirituelle Tradition der Marabouts und die in seinem Land bis heute lebendige Praxis, zu den Stätten der Schutzheiligen des Islams zu pilgern und dort innere Einkehr zu suchen — was den Islamisten ein Dorn im Auge ist.

Literaturhaus Berlin
Fasanenstraße 23
10719 Berlin

Eintritt: 5,-- / 3,--


Eine Veranstaltung des Berliner Künstlerprogramms des DAAD in Kooperation mit dem Literaturhaus Berlin

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