Gäste Profil Veranstaltungen Chronik Bewerbung
Kontakt/Impressum
Publikationen
Newsletter
Blog andere Programme
In Zusammenarbeit mit der Fassadengalerie des KuLe e.V. und Joel Mu präsentiert das Berliner Künstlerprogramm des DAAD ein öffentliches Kunstprojekt an der Hausfassade der Auguststr. 10 in Berlin-Mitte.
Nach Martha Roslers /Josh Neufelds Banner Pull Up Those PIIGS (2011) und der Installation Tamasha von N S Harsha (2013) wird ab dem 30.9. 2014 das neue, gemeinsame Projekt Blind Spot des bildenden Künstlers Mykola Ridnyi und des Schriftstellers Serhij Zhadan (beide leben in der ostukrainischen Stadt Charkiw) an der Fassade in der Auguststr. zu sehen sein.

Ein großflächiges Fassadenbanner wurde mit dem Detail eines Pressefotos bedruckt, auf dem Trümmer eines zerstörten Gebäudes im ostukrainischen Luhansk zu erkennen sind. Die Arbeit ist Teil einer kürzlich entstandenen Fotoserie von Mykola Ridnyi, die Pressefotos der bewaffneten Konflikte in der Ukraine mit dem Phänomen des allmählichen Erblindens und einem daraus resultierenden verengten Sichtfeld koppelt: die Bildmotive werden fast vollständig von schwarzer Farbe überdeckt. „Manchmal beginnt es wie ein kleiner, sich allmählich ausbreitender Fleck oder aber wie ein sich verengender Tunnel, der das Sehvermögen verschlingt, bis es ganz ausgelöscht ist. Diese Unfähigkeit zu sehen gleicht dem menschlichen Abwehrmechanismus, angesichts eskalierender Gewalt eine freiwillige Blindheit zu produzieren.“ M.Ridnyi

Am Fuß der Fassade greift Serhij Zhadan mit seinem Essay Das zerschossene Museum, abgedruckt im ukrainischen Original sowie in russischer, deutscher und englischer Übersetzung, das Thema der Kriegszerstörung am Beispiel des von Bomben getroffenen Museums in Donezk auf: „Natürlich ignoriert man die zerstörten Häuser, wenn ständig Nachrichten über getötete Soldaten und Zivilisten die Runde machen, wenn tagtäglich Bilder und Namen von Menschen kursieren, die der Krieg geschluckt hat. Die gesprengten Brücken und zerstörten Bahnhöfe sehen wie der Hintergrund aus, vor dem ein blutiger Sommer zu Ende geht.“ S.Zhadan

Eine Publikation mit neuen Prosagedichten von Serhij Zhadan und der kompletten Fotoserie Blind Spot von Mykola Ridnyi erscheint im November und wird im Rahmen eines Gesprächs mit beiden Künstlern in der KuLe e.V. vorgestellt. Aktuelle Informationen unter: www.daadgalerie.de

Mykola Ridnyi (*1985 in Charkiw, lebt in Charkiw) arbeitet als Künstler und Kurator, er ist Mitbegründer des ukrainischen Künstlerkollektivs SOSka group. Jüngste Ausstellungen waren 2014: Shelter im Visual Culture Research Center in Kiew (Einzelausstellung); Ten thousand wiles and a hundred thousand tricks, kuratiert von WHW im Rahmen von Meeting points 7, Institute for African Studies, Moskau; Deprivation, kuratiert von Monika Szewczyk, Arsenal Gallery, Bialystok; The Ukrainians, kuratiert von Bettina Klein, daadgalerie, Berlin (Gruppenausstellungen); jüngstes kuratorisches Projekt: After the Victory, CCA Yermilov Centre Charkiw, 2014.

Serhij Zhadan (*1974 in Starobilsk / Gebiet Luhansk, lebt in Charkiw) ist Schriftsteller, Dichter und Übersetzer. 2010 war er Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.
Jüngste Publikationen in deutscher Übersetzung (Auswahl): Big Mäc, 2011; Hymne der demokratischen Jugend, 2009; Die Geschichte der Kultur zu Anfang des Jahrhunderts, 2006, Anarchy in the UKR, 2005, and. Neben seiner literarischen Arbeit tritt Zhadan regelmäßig mit seiner Band Sobaky w kosmossi (übersetzt: Hunde im Kosmos) auf.

Druckversion
Gastprofessuren
curating connections
Künste & Medien
Artists in Residence am PIK