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Helon Habila in Lesung in Gespräch

Moderation: Cornelia Zetzsche (Bayerischer Rundfunk)
Poesie und Politik gehen bei Helon Habila stets Hand in Hand. In seinem ersten Roman „Waiting for an angel“ (2002) über Nigeria in den 1990er Jahren zur Zeit der brutalen Militärdiktatur von General Sani Abacha ging es ihm darum zu vermitteln, auf welch traumatische Weise sich die allgegenwärtige Gewalt in der Psyche seiner Figuren niederschlägt. In „Measuring Time“ (2007), einer panoramaartigen Reflexion über den Wandel des ländlichen Nigerias von einer heidnisch zu einer eher westlich geprägten Gesellschaft, stellt Helon Habila, der in der Nachfolge Chinua Achebes und Wole Soyinkas steht und als erster Nigerianer 2001 den Michael Caine Prize for Fiction sowie 2003 den Commonwealth Writers Prize für das beste Debüt aus Afrika erhielt, die Frage, wie über Geschichte jenseits der alten Schuldzuschreibungen geschrieben werden kann und muss. In seinem vielbeachteten dritten, auch auf Deutsch vorliegenden Roman „Öl auf Wasser“ (2010, dt. 2012 bei Wunderhorn), verzichtet Helon Habila konsequenterweise bewusst darauf, allein die früheren Kolonialherren für die Misere Afrikas verantwortlich zu machen. Und hält in diesem mit einer so klaren wie zugleich gleißenden Sprache geschriebenen Politthriller (aus dem Englischen von Thomas Brückner) über die Umweltkatastrophe im Niger-Delta, die ganze Landschaften in einen apokalyptischen Alptraum verwandelt hat, „genau den Übergang von einer noch ursprünglichen, autochthonen Lebensform zu dem neuen Schicksal als ‚heimatlose Wanderer‘, wie es die Bewohner selbst formulieren, fest.“ (Helmut Böttiger) Dass dieses sie in die Slums der Metropolen führen wird, oder aber als Migranten auf den Treck gen Europa, ist sehr wahrscheinlich. Was es für „heimatlose Wanderer“ bedeutet, sich in einer ihnen völlig fremden Welt wiederzufinden, was ebendies aber auch für eine aufnehmende Gesellschaft bedeutet, damit hat Helon Habila sich während seines Berliner Jahrs eingehend beschäftigt – vor Augen dabei sowohl die innerafrikanischen Migrationsbewegungen als auch die, die aus den Ländern Afrikas nach Europa führen.


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