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Der reißende Strom wird gewalttätig genannt
Aber das Flußbett, das ihn einengt,
Nennt keiner gewalttätig.
B. Brecht

Eröffnung: Freitag, 8.11., 19 – 21 Uhr
Carolina Caycedo nimmt für ihre Einzelausstellung in der daadgalerie den Widerstand gegen das Staudammprojekt »El Quimbo« im Westen Kolumbiens als Ausgangspunkt. Die Künstlerin ist selbst Mitglied einer Gruppe von Aktivisten, die sich gegen den massiven Eingriff in die Landschaft des Rio Magdalena engagiert. Caycedo war 2012 Gast des Berliner Künstlerprogramms und hat sich während ihres Aufenthalts intensiv mit der Geschichte der Staudämme in Deutschland auseinandergesetzt.

Filmaufnahmen von ihren zahlreichen Recherchereisen zu Staudämmen im Harz, in Sachsen, in Westfalen und im Schwarzwald verknüpft sie in der Zweikanal-Videoinstallation »Spaniards Named It Magdalena But Natives Call Her Yuma« mit Aufnahmen aus der Umgebung des Rio Magdalena und seiner Bewohner. Über diese konkreten dokumentarischen Aspekte hinaus beleuchtet der Film gesellschaftliche Machtstrukturen und Kontrollmechanismen im Zusammenhang mit den Aktivitäten multinationaler Konzerne und stellt den Bildern kontrollierter Wassermassen Aufnahmen von Menschenmengen in verschiedenen urbanen Kontexten gegenüber. Die Tonspur, eine in Spanisch und Englisch flüsternde Erzählerstimme, gibt die persönliche Perspektive der Künstlerin wieder, ihre eigene Erfahrung mit dem Fluss, den sie schon seit ihrer Kindheit kennt und an dem ihre Familie zeitweise lebte.

Eine Installation aus skulpturalen und fotografischen Elementen greift das Sujet des Films und die Materialität der Staudammarchitektur auf: Das auf zwei Betonsockel montierte Satellitenfoto »Dammed Landscape / Paisaje Represado« zeigt, wie weit die Zerstörung der Landschaft in der Region bereits fortgeschritten ist, während die beiden Betonreliefs »Three Arched Knuckle / Manopla Triple Arco« die formale Analogie zwischen der Linachtalsperre und einem historischen Schlagring der chilenischen Armee zu einer symbolischen Verdichtung bringen. Der Text, den Caycedo als Ausstellungstitel wählte, war ihr in seiner spanischen Fassung auf einem Banner während einer Demonstration in Brasilien aufgefallen. Erst nach Recherchen fand sie heraus, dass es sich dabei um die erste Strophe von Brechts Gedicht »Über die Gewalt« handelt.

Carolina Caycedo lebt und arbeitet in Los Angeles, ist aber kolumbianisch-britischer Herkunft. Sie entwickelte Projekte im öffentlichen Raum in Bogotá, Madrid, San Juan, New York, San Francisco und London. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen internationalen Einzelausstellungen gezeigt, u.a. in der Secession in Wien, Intermediae-Matadero Madrid, Alianza Francesa Bogotá und Hordaland Kunstsenter Bergen. Sie nahm teil an der Paris Triennale 2012, Havana Biennale 2009, San Juan Poligraphic Triennale 2009, Whitney Biennale 2006, Venedig Biennale 2003 und Istanbul Biennale 2001.

Öffnungszeiten: Mo – Sa, 11 – 18 Uhr

daadgalerie, Zimmerstraße 90, 10117 Berlin
www.daadgalerie.de

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