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Kurzfilme von Sandro Aguilar
Die erzählerischen Grenzen des Kinos erkundet der portugiesische Regisseur Sandro Aguilar (*1974) insbesondere im Genre des Kurzfilms. Seine Werke sind eigenwillig erzählte Mikro-Fiktionen, die sich durch sorgfältig komponierte Bilder, virtuose Arbeit mit Licht, Halbdunkel und Finsternis, den Einsatz von Unschärfen und Spiegelungen sowie ein elaboriertes Sounddesign auszeichnen. Fast ohne Worte und jenseits von narrativer Logik entsteht allein über die visuelle und akustische Dimension der Filme eine traumhafte, geheimnisvolle und bisweilen verstörende Atmosphäre. In langen, berückend schön komponierten Einstellungen bewegt sich mitunter nicht mehr als ein Blatt, darüber zwitschert ein Vogel. Seine Charaktere sind umhüllt von Leere und Einsamkeit. Als den »Gefrierpunkt der menschlichen Beziehungen« hat Aguilar einmal sein Thema beschrieben. Dies gilt auch für seinen Langfilm »A Zona«, in dem ein Mann bei seinem sterbenden Vater im Krankenhaus einer von Panik erfüllten schwangeren Frau begegnet, die einen Autounfall überlebt hat, bei dem ihr Ehemann ums Leben kam. Voll Poesie und Melancholie hebeln seine Filme die Linearität der erzählten Zeit aus.

In Sandro Aguilars Kurzfilm »Voodoo« (2010) trifft ein ängstlicher Mann auf eine verstörte Frau, beide sind Flugbegleiter. Sie lacht, als sie einen Dummy wiederbeleben soll. Das Lachen wird ihr verboten. Obwohl sie den gleichen Raum teilen, begegnen sich die beiden Protagonisten nie unmittelbar. »Trotzdem scheinen sie auf einer magischen, in der Realität uneinklagbaren Ebene miteinander verbunden.« (Dieter Wieczorek)
Im selben Jahr entstand auch »Mercúrio« (Gnade, 2010), gefilmt in nur fünf Stunden. Auch hier reizt Sandro Aguilar die Kunst der Parenthese aus. Scheinbar geschieht fast nichts: Ein Mann, eine Frau, ein Kind. Zwei nebeneinander parkende Autos am Rande der Stadt. Ein Niemandsort, an dem die Zivilisation mit der Wildnis zu verschmelzen scheint. Am Ende bleibt nichts als die Erinnerung. Der Film gewann den Hauptpreis in Oberhausen.

29.08. 20.00 Uhr:
Kurzfilme von Sandro Aguilar:
Sinais de serenidade por coisas sem sentido (2012, DCP, OmE, 28’)
Remains (2002, 35 mm, ohne Dialog, 12’)
Mercúrio (2010, 35 mm, OmE, 18’)
Arquivo (2007, 35mm, OmE, 17’)
Corpo e Meio (2001, 35 mm, OmE, 25’)

In Kooperation mit dem arsenal - institut für film und videokunst e.V.
Eintritt: € 7,50 / 5,--
Kino Arsenal, Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin

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