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In Lesung und Gespäch
Sema Kaygusuz und Katja Lange-Müller

Moderation: Susanne Stemmler
Ob Melancholie, Gram, Trübsal, hüzün … Sema Kaygusuz, die weise Poetin unter den türkischen Prosaautoren, dekliniert in ihrem neuen, als Band Nr. 24 in der Reihe „Spurensicherung“ des Berliner Künstlerprogramms des DAAD erschienen Buch (aus dem Türkischen von Sabine Adatepe) mit kristallklarer, bildstarker Sprache die „schwarze Galle“ in ihren verschiedensten Erscheinungsformen durch. Den Erzählfaden geben der Autorin die bekannte Istanbuler Dichterin Birhan Keskin und deren überwache Empfindsamkeit an die Hand: Ihre Fähigkeit, mehr wahrzunehmen als andere, verbindet sieben voneinander unabhängige Geschichten, die wie Perlen an einer von kurzen Birhan-Keskin-Episoden durchbrochenen Schnur aufgereiht sind. Sieben melancholische, von großer Menschenkenntnis und Wärme, auch von „Weisheit und Witz“, einer „seltsam wachen Schlaflosigkeit“ und „womöglich daher rührenden, enormen Erzählenergie“ (wie Katja Lange-Müller es in ihrem Nachwort bescheinigt) getragene Geschichten, die uns vor Augen führen: Am verletzlichsten ist der Mensch in Schmerz und Kummer. Was ihn und den Leser das schwarze Gefühl trotzdem gern ertragen lässt, ist Sema Kaygusuz‘ betörend sensorische Wahrnehmung. Beschreibt sie Feigen oder Wein, speist sie den Leser gleichsam mit der Frucht, macht ihn mit Rebsaft trunken – und tritt damit als Autorin den Beweis an für ihr künstlerisches Credo: Etwas als Meister seiner Kunst erschaffen und es dann als Geschenk an andere weiterreichen, dies ist es, worauf es Sema Kaygusuz mit jedem Wort neu ankommt.

Sema Kaygusuz, 1972 in Samsun an der türkischen Schwarzmeerküste geboren, lebt als Prosaautorin, Essayistin und Drehbuchautorin in Istanbul. 2010 war sie Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.

Katja Lange-Müller, 1951 in Ostberlin geboren, lebt als Prosaautorin in Berlin. Im Frühjahr 2013 hatte sie den DAAD Chair for Contemporary Poetics an der New York University inne.


Eintritt frei

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