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Moderation: Ulrike Draesner
»Kurzgeschichten bieten mehr Möglichkeiten, sich den Boden unter den Füßen wegzuziehen, und das ist es, was mich an der Literatur interessiert«, sagte die argentinische Autorin Samanta Schweblin in einem Gespräch mit der Zeitung Página/12, und es stimmt: Ihre Erzählungen, die auf Deutsch in der Übersetzung von Angelica Ammar bislang unter dem Titel »Die Wahrheit über die Zukunft« (2010) im Suhrkamp Verlag erschienen sind, sind voll von verstörenden und abgründigen Momenten, ohne je effekthascherisch zu sein. Samanta Schweblin (* 1978 in Buenos Aires) steht damit in einer wichtigen Traditionslinie der Literatur des Río de la Plata: Nirgendwo sonst in Lateinamerika existiert eine solche Fülle an fantastischer Literatur. Julio Cortázar hat dazu angemerkt, es handele sich bei den Kurzgeschichten vom Río de la Plata um eine »Fantastik um zwölf Uhr mittags«, während die angloamerikanischen Autoren das Erschrecken auf die Zeit um Mitternacht verlegt hätten. (Michi Strausfeld)
Judith Hermann (*1970 in Berlin), die mit ihrem lakonisch-elegischen ersten Band »Sommerhaus, später« (1998) das Lebensgefühl ihrer Generation beschrieb und zur Galionsfigur der Kurzgeschichten-Renaissance in Deutschland wurde, fasziniert an der Kurzgeschichte dagegen vor allem das Unvollständige, Ungenaue – das offene Ende. Die Dinge in der Schwebe zu lassen, dies gelingt Judith Hermann in allen ihren Büchern, ganz gleich ob sie »Etüden über das Näherkommen« schreibt wie in »Nichts als Gespenster« (2003) oder Erzählungen über das Abschiednehmen und Loslassen wie zuletzt in »Alice« (2009): »Ihre Kunst besteht darin, das Schwere leicht erscheinen zu lassen und alles Endgültige gleichwohl in der Schwebe zu halten.« (Roman Bucheli)

Eintritt frei.
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www.daadgalerie.de

Foto: Krzyzstof Zielinski

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