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Eröffnung, Dienstag 23.4., 18-20h
Auguststr. 10
In Zusammenarbeit mit der Fassadengalerie des KuLe e.V. initiiert das Berliner Künstlerprogramm des DAAD eine Reihe von öffentlichen Künstlerprojekten an der Hausfassade der Auguststr. 10 in Berlin-Mitte. Nach Martha Roslers Auftakt (2011) zeigt der indische Künstler N S Harsha dort eine neue, speziell für diesen Ort entworfene skulpturale Installation.

N S Harsha ist weltweit bekannt für seine Malerei, Zeichnungen und Installationen sowie für zahlreiche ortsspezifische und kommunale Projekte. Mittels einer poetisch-konzeptuellen Formensprache verknüpft Harsha politische und soziale Anspielungen mit populären und traditionellen Kunstformen. Seine detailreichen Bilder bilden Mikrokosmen des Lebens ab, wobei er traditionelle und lokale Elemente wie z.B. Darstellungen von Ritualen mit Bildern und Themen der Menschheit und Mitmenschlichkeit in dieser Welt verbindet und auf diese Weise subtile und oft humorvolle Kommentare zu unserer Gegenwart abgibt.

Die Installation oder Skulpturengruppe „Tamasha“ stellt eine Gruppe von Affen dar, die im Begriff sind, das Gebäude der Auguststr. 10 zu erklimmen bzw. zu erstürmen und einzunehmen. „Tamasha“ ist ein in Hindi, Urdu oder Marathi gebräuchlicher Begriff, der umgangssprachlich eine große Show, Performance oder Feier, aber auch ein Aufhebens, einen Tumult, ein Wirrwarr bezeichnet. Die mit zeichnungshafter Schärfe wiedergegebenen Affenskulpturen erinnern an die nach dem populären Hindu-Gott in Affengestalt benannten Hanuman Languren. Diese gelten in Indien als heilige Tiere, sind jedoch auch als große Plünderer, die in Gruppen leben und heftige Machtkämpfe führen, berüchtigt. In N S Harshas Installation sind die langen Schwänze der Affen, die sich wie ein Netz über die Hausfassade spannen, an den Enden zu einem Knäuel miteinander verschlungen.

So verbinden sich Anspielungen auf die Verehrung der heiligen Affen und auf die Affenplagen im realen indischen Alltag mit dem alten deutschen Mythos des Rattenkönigs. Dieses seltene Phänomen bezeichnet Gruppen von an den Schwänzen miteinander verknoteten Hausratten (z.B. durch Überwintern in zu engen Bauten), was der Legende nach zu Verwachsungen der Schwänze von lebenden Ratten geführt haben soll. Funde von Rattenkönigen wurden einerseits als Omen für bevorstehende Seuchen und Krankheiten gedeutet, andererseits inspirierten die gruseligen Gebilde zahlreiche künstlerische Verarbeitungen. Das von Harsha angedeutete Gesellschaftsbild baut auf sozialen Gruppen auf, die als kollektive Kraft durch räumliche und geographische Abhängigkeiten, Verstrickungen, Machtkämpfe und Tumult, durch Spiel und Gruppendynamik öffentlich in Erscheinung treten.

N S Harsha, geb. 1969 in Mysore, Indien, lebt und arbeitet ebendort. Harsha hat an Ausstellungen in zahlreichen internationalen Institutionen teilgenommen, darunter in jüngster Zeit: Restless, Adelaide International, Australia; Phantoms of Asia, Asian Art Museum, San Francisco; Indian Highway, Ullens Center for Contemporary Art Beijing (2012, Serpentine Gallery London, 2008); 4th Yokohama Triennale, Japan; Paris-Delhi-Bombay, Centre Georges Pompidou, Paris; Time Unfolded, Kiran Nadar Museum of Art, New Delhi (2011); Liverpool Biennale; Sao Paolo Biennale (2010).

2012/13 ist N S Harsha Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.

Auguststraße 10, 10117 Berlin

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