mit Beiträgen von:
Malin Bång, Bouchra Khalili, Tracey Rose, Liao Yiwu
Grußworte: Dr. Dorothea Rüland (DAAD), Werner Wnendt (Auswärtiges Amt) und Katharina Narbutovič (BKP)

Malin Bång (Komponistin, * 1974 in Göteborg, Schweden) – „purfling“ (2012) für Violine und Elektronik mit Karin Hellqvist, Violine und Malin Bång, Elektronik. Malin Bång lässt in ihrer Musik sowohl Neugier als auch Kuriosität walten. Neugierig ist ihre Musik, wenn sie ihrer unmittelbaren Umgebung nachspürt und Situationen aus dem Lebensalltag spiegelt. Kurios, weil Malin Bång häufig mit ungewöhnlichen Klangerregern arbeitet. Gleichwohl geht es ihr dabei immer ausschließlich darum, neue Erfahrungshorizonte in ihre Arbeit zu integrieren.
Bouchra Khalili (Filmemacherin und Videokünstlerin, * 1975 in Casablanca, Marokko). Bouchra Khalili erzählt in ihren Filmen individuelle Geschichten vom Exil, von Verlust und Entwurzelung. Sie interessiert das Dasein von Flüchtlingen im Untergrund als philosophisches Phänomen und als Beginn eines neuen Erzählens. Bouchra Khalili folgt darin dem Literaturwissenschaftler Edward Said, der im Exil, der Immigration und dem Überschreiten von Grenzen Erfahrungen sieht, die „uns neue narrative Formen und ein anderes Erzählen“ verleihen.
Tracey Rose (Künstlerin, *1974 in Durban, Südafrika). Tracey Rose gehört gewissermaßen zu einer „zweiten Generation“ feministischer Kunst, haben doch Künstlerinnen wie Valie Export und Judy Chicago, Marina Abramović und Adrian Piper ihre feministischen Arbeiten bereits in den 1960er und 70er Jahren entwickelt. So verwundert es kaum, dass Tracey Rose sich mit ihrer Kunst des öfteren auf diese Vorbilder bezieht und bei ihr wie bei diesen in den Performances, Fotografien, Installationen und Filmen der weibliche Körper im Zentrum steht.
Liao Yiwu (Dichter und Autor literarischer Reportagen, * 1958 in der Provinz Sichuan, China). Liao Yiwu, einer der namhaftesten, kühnsten Dichter seines Landes, verfasste unmittelbar nach der Niederschlagung des Aufstands vom 4. Juni 1989 das Gedicht „Massaker“, das alles benennt, was die Machthaber unbedingt vertuschen wollten. Wenig später wegen „Verbreitung konterrevolutionärer Propaganda“ zu vier Jahren Haft verurteilt, hat er am eigenen Leib erfahren, wie die Mechanismen der Macht und der Angst funktionieren – und für sich beschlossen, dass jeder Mensch stets die Wahl hat zu entscheiden, „ob sein Leben so schwer und bedeutend ist wie der Berg Taishan oder so leicht und bedeutungslos wie eine Gänsefeder“. Sein Zeugenbericht aus chinesischen Gefängnissen „Für ein Lied und hundert Lieder“ kündet davon, welche Entscheidung Liao Yiwu für sich getroffen hat.
Eintritt frei
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