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Eröffnung: Samstag, 22. Oktober, 19-21h
Seine Materialien findet Danilo Dueñas im Alltag und in seiner unmittelbaren Umgebung: Neonlichtröhren, Autoreifen, rohes Bauholz, Treppendielen, intakte oder zerlegte Möbel, Verpackungsmaterialien und andere gefundene Objekte. Diese Dinge fügt Dueñas zu raumfüllenden Konstruktionen in fragil erscheinender Balance. Wie durch Geisterhand findet sich die Objektwelt in eine neue Ordnung. Kunstbetrachtung als Einladung zur Spekulation: welche Konstellationen und Ordnungen sind möglich jenseits des Gegebenen? Dennoch ist der „Aufstand der Dinge“, wie Dueñas ihn inszeniert, kontrolliert-diskret: „An die Stelle der weggezogenen Dinge rückt das Abstrakte nach“ (Hartmut Böhme). Die Herstellung von Abstraktion, die im Dinglichen und seiner Neu-Ordnung wurzelt, erscheint jedoch nicht als Akt von Wildheit oder unwillkürlicher Unordnung: sie folgt im Raum und auf der Fläche einer eigentümlichen Geometrie. Dueñas führt in seinem Werk vor, was es heißen kann, die Dinge und ihr Verhältnis noch einmal grundlegend anders zu denken.

In der daadgalerie zeigt Dueñas eine neue, ortsspezifische Installation mit dem Titel „At Actium and a tribute to John McCracken“. Der Titel bezieht sich indirekt auf William Shakespeare’s Theaterstück „Antonius und Cleopatra“ (1623) zu der Schlacht bei Actium, die die Unterwerfung Ägyptens unter das römische Reich besiegelte, wodurch auch der Schatz der Ägypter in römische Hand gelangte. Für seine Ausstellung verwebt Dueñas spezifische, nur auf den ersten Blick inkompatible Materialen und Referenzen, wie z.B. Aluminiumschrott von einer Recycling-Anlage im Westhafen und eine Hommage an John McCrackens hybriden, zwischen Malerei und Skulptur angesiedelten geometrischen Formen, die vor kurzem im Hamburger Bahnhof ausgestellt waren. Zusätzlich werden die Theaterautoren Samuel Beckett und Harold Pinter mit Texten zitiert, die von unmittelbaren, persönlichen Erfahrungen, von dem „Hier und Jetzt“, handeln. Aus diesen Komponenten entwickelt Dueñas formale Strukturen, die offen bleiben für unvorhergesehene Konnotationen. Dueñas Inszenierungen wollen jedoch in erster Linie empirisch getestet werden, durch die körperliche Anwesenheit des Betrachters im Ausstellungsraum und im Verhältnis zu den physischen Qualitäten des verwendeten Materials.

Danilo Dueñas (geb. 1956 in Cali, Kolumbien) hatte seit 1990 Professuren an der Los Andes Universität, an der Nationalen Universität von Kolumbien und an der Jorge Tadeo Lozano Universität in Bogotà. Dueñas hat an zahlreichen internationalen Ausstellungen teilgenommen, u.a. an den Gruppenausstellungen “Mesótica”, Museum of Contemporary Art and Design, San Jose, Costa Rica und “ Transatlántica”, Alejandro Otero Museum of Visual Arts, Caracas, Venezuela (1995). Er hatte in jüngerer Zeit Einzelausstellungen im Museum of Modern Art und im Museum of Art of the National University of Columbia, in Bogotà, Kolumbien (2001) sowie im Museum of Contemporary Art in Caracas, Venezuela (2003). 1999 erhielt er den Johnnie Walker Kunstpreis. 2011/12 ist Dueñas Gast des Berliner Künstlerprogramm / DAAD.


Photo: Krzysztof Zielinski

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