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Eröffnung, Freitag, 2. September, 19-21h
Der Südkoreaner Do Ho Suh untersucht die physische und die emotionale Seite von Migration anhand von raumgreifenden Installationen. Dabei verwendet der heute zwischen New York, London und Seoul pendelnde Künstler architektonische Elemente und Referenzen, insbesondere seines eigenen unmittelbaren Lebensraums, um mit Hilfe dieser über Identität und (die eigene) Biographie in unserer postmodernen, globalisierten Welt zu reflektieren. In der daadgalerie zeigt Suh eine neue, aus einem lichtdurchlässigen Stoff genähte Rauminstallation, die auf bestimmte architektonische Eigenschaften von Suhs Berliner DAAD-Wohnung Bezug nimmt und die der Ausstellung ihren Titel gibt. Suhs textile Installationen machen architektonische und psychologische Aspekte von Lebensräumen durch die physische Konfrontation des Ausstellungsbesuchers mit der lebensgroßen, skulpturalen Abstraktion eines Raums erfahrbar.

Zusätzlich entwickelte Suh während seines Aufenthaltes in Berlin 2009 in Zusammenarbeit mit Fachleuten verschiedenster Disziplinen, wie Architekten, Ingenieuren und Designern, Entwürfe von extremen Brücken und transportablen, ökologisch nachhaltigen Häusern. Unter dem Titel „The Bridge Project“ wurden die ersten Brückenentwürfe 2010 in dem bekannten „Storefront for Art and Architecture“ in New York ausgestellt. Das umfassende und ständig wachsende Projekt handelt von der Fiktion oder architektonischen Utopie einer bewohnbaren Brücke, welche die räumliche, zeitliche, psychologische und kulturelle Distanz zwischen New York und Seoul überwindet. In den detaillierten wie spekulativen Brückenentwürfen hat Suh Informationen aus verschiedenen Wissensbereichen, wie dem Bootsbau, der Konstruktion von Bohrinseln, der Geopolitik, Ökologie, Geometrie und Physik verarbeitet. In der daadgalerie werden vier verschiedene Typen von Brücken, die auf je unterschiedlicher Route zwischen Seoul und New York, z.B. durch die Antarktis, über den Pazifik oder quer durch Japan, verlaufen, in Form einer synchronisierten 3-D Dia-Show vorgestellt. Eine weitere Animation basiert auf Daten von Suhs persönlichen Reiserouten, die mithilfe eines Algorithmus verarbeitet und mit den Wasserströmungsbewegungen der Ozeane konfrontiert werden. Außerdem wird das gesamte bisherige Archiv des „The Bridge Project“ mit zahlreichen weiteren Brückenmodellen und Zeichnungen auf einem Monitor präsentiert. Mit dem vielschichtigen Projekt reflektiert Suh u.a. das Potential und die Notwendigkeit interdisziplinären Austausches über fundamentale Fragen, wie die nach dem Verständnis unseres eigenen Lebensraums.

Do Ho Suh (geb. 1962 in Seoul, Südkorea) lebt und arbeitet in London, Seoul und New York. Suh studierte Malerei an der Rhode Island School of Design und Skulptur an der Yale University. 2001 vertrat er Südkorea auf der Biennale von Venedig, 2010 nahm er an der Architekturbiennale in Venedig und an der Biennale in Liverpool teil. Suh hat zuletzt an Ausstellungen in zahlreichen internationalen Institutionen teilgenommen, darunter die Hayward Gallery (2009) und die Tate Gallery (2011), London, die Albright Knox Gallery in Buffalo (2010/11), New York und Storefront for Art & Architecture in New York (2010) und STPI in Singapore (2011). 2009 war Do Ho Suh Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.

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