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Ausstellung
Die „Dematerialisierung des Art Objektes“ (Lucy Lippard), die spätestens seit der Konzeptkunst der 1960er Jahre von eminenter ästhetischer Bedeutung ist, ereignet sich im Werk von Dane Mitchell auf neue Art und Weise. Dem neuseeländischen Künstler geht es weniger, wie es noch bei vielen Konzeptkünstlern der ersten Generation der Fall war, um konsequente Zurückweisung eines warenhaften Werkcharakters als vielmehr um die generelle Suche nach dem Wesen von Kunst überhaupt. Gegenstand von Mitchells Untersuchungen sind in erster Linie Randerscheinungen und Übergänge, die sich der gewohnten (visuellen) Wahrnehmung weitgehend entziehen. Mit Methoden der wissenschaftlichen Logik und der experimentellen Nachweisbarkeit legt Mitchell Spuren zu diesen Grenzbereichen und erfindet Formen ihrer Sichtbarmachung und ihres Displays.
Die Ausstellung „Minor Optics“ in der daadgalerie setzt sich aus zwei neuen Arbeiten von Dane Mitchell zusammen, die beide auf unterschiedliche Weise reflexiv auf den Kunstraum verweisen.
Mehrere im Galerieraum aufgestellte, elektrostatisch geladene Metallscheiben akkumulieren über die Dauer der Ausstellung Staubpartikel, die auf den lackierten Oberflächen der Scheiben in Erscheinung treten. In dieser Untersuchung der Umwelt von Kunst / des Kunstraums repräsentiert Staub alle Dinge, organische wie unorganische, die vorkommen können – denn praktisch nichts bleibt von Staub verschont.
Gemeinsam mit dem Parfumeur Michel Roudnitska hat Dane Mitchell einen synthetisch hergestellten Duft entwickelt, der weitgehend dem Geruch eines leeren Ausstellungsraumes entspricht. Hier versucht Mitchell, den nur schwer definierbaren Bereich der Gerüche zu analysieren und damit weitere Informationen über das vormals Unbenennbare oder Unsichtbare zu liefern.
Die Ausstellung „Minor Optics“ richtet einerseits das Augenmerk auf die Aufbewahrungs- und Präsentationsräume von Kunst und ihre konventionellen Wirkungen und Effekte – ganz im Sinne einer Kritik der institutionellen „Bräuche und Pathologien“. Gleichzeitig wird – mit Blick auf den Titel der Ausstellung auch in Anlehnung an Deleuze / Guattaris Begriff der „minor literature“ – eine Deterritorialisierungs-Tendenz eingeleitet, welche Ränder verschwimmen lässt und die Grenzbereiche der Wahrnehmung erweitert.

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