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Ornela Vorpsi liest aus ihrem Roman „Das ewige Leben der Albaner“
Moderation: Maike Albath
In unserem geliebten Land, in dem man nie stirbt, in dem die Körper so stark wie Blei sind, gibt es einen Spruch, einen weisen Spruch: „Solange du lebst, hasse ich dich, sobald du tot bist, trauere ich um dich.“ Dieses Sprichwort ist der Lebenssaft, der durch die Adern unseres Landes fließt.

Ornela Vorpsi, 1968 in Tirana geboren, verließ früh ihre Heimat Albanien, lebte in Mailand und zog 1997 nach Paris. Die Prosaautorin, Künstlerin und Fotografin, zur Zeit Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD, studierte an den Kunsthochschulen von Tirana, Mailand und Paris und zeigte ihre Arbeiten in Gruppenausstellungen, zuletzt „The Balkans crossroad the future“ (2004, Bologna). 2001 erschien bei Scalo ein Band mit Fotoarbeiten. Es folgten vier Romane bei Actes Sud, u.a. 2005 „Buvez du cacao Van Houten“ und zuletzt „Tessons roses“ und „Vert venin“ (2007).
„Das ewige Leben der Albaner“ (Zsolnay, 2007) wurde in mehr als zehn Sprachen übersetzt. Ornela Vorpsi, deren Vater grundlos inhaftiert wurde, als sie sieben Jahre alt war, erzählt von den Traumata einer albanischen Kindheit. Es ist ein melancholisch-ironisches Buch über das Aufwachsen als Mädchen im Albanien des roten Diktators Enver Hoxha, über den Alltag in einem der schrecklichsten Regime des früheren Ostblocks und eine Parabel über die Gefahrenpotentiale von rückständigen Gesellschaften – ein Buch über ein Land, in dem Gleichheit nichts anderes heißt als Armut für alle und Umerziehungslager für Aufmüpfige, mit Dörflern, die vom Leben in der Stadt träumen, und Städtern, die als politische Häftlinge aufs Land geschafft werden, mit Menschen, die sich in ihren windschiefen Hütten an Stromkabeln aufhängen, weil ihre Vorratskammern gähnend leer sind und ein Ende der Mangelwirtschaft noch immer nicht in Sicht ist.

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