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Ontological Machines
Interspecifics ist ein nomadisches, artenübergreifendes Kollektiv, das an den Schnittstellen zwischen Kunst und Wissenschaft experimentiert. Ihre Arbeit umfasst hybridisierte Praktiken zwischen verschiedenen Disziplinen sowie lebende Organismen, offenes Wissen und Prekarität als Herausforderung. Mittels selbstgebauter und spezial angefertigter Geräte, die sie ontologische Maschinen nennen, widmet sich ihre aktuelle Forschung dem Klang und zielt darauf ab, die bioelektrische Aktivität von verschiedenen bakteriellen Verbindungen, Pflanzen, Schleimpilzen und Menschen zu begreifen.
Paloma López und Leslie Garcia Ramírez von Interspecifics wurden für ein Kurzzeitstipendium im November und Dezember 2019 nach Berlin eingeladen, wo sie im Rahmen einer Ausstellung in der daadgalerie zwei ihrer “Ontologischen Maschinen” präsentieren werden: Speculative Communications (Spekulative Kommunikation) und Micro-Rhythms (Mikrorhythmen).
“Ontologische Maschinen” dienen experimentellen Künstler*innen, Philosoph*innen, Wissenschaftler*innen, Menschen, Organismen oder Kräften als Rahmen, um die Verflechtung materieller Erfahrungen zu erforschen, die als Einheit den komplexen Ausdrucksformen von Realität entsprechen. In diesem Sinne sind sie ein Prototyp und eine unvollendete Schnittstelle, deren Existenz eine temporäre Möglichkeit von Handlungsfähigkeit darstellt. Als Akteur kann dieser Rahmen als transparenter Behälter für den subjektiven Materialismus von Kräften und Organismen und deren Zu-Mustern-Werden dienen und damit auch als Behälter für die Bedeutung dieser Muster. Das System umfasst einerseits technologische Umsetzung und andererseits philosophische Suche und dient dabei als expansive Prothese der sensorischen menschlichen Erfahrung. Seine elektromagnetische Natur ermöglicht eine direkte Kommunikation mit dem elastischen Gehirn und dessen Fähigkeit, neue sensorische Beziehungen zur Welt aufzubauen. Die dialektische Natur dieses Systems steht für eine verdichtete Herangehensweise an die Pädagogik des Wissens, bei der das Selbst die Erforschung zur Befriedigung des Lernbedürfnisses leitet, und bei der Lernen ein Netzwerk von Erfahrungen auf einer mehrstufigen Zeitachse ist. “Ontologische Maschinen” sind so konzipiert, dass sie einige dieser Erfahrungen und damit kollektive Fragen erzeugen, wodurch die individuelle Suche in kollektive Themen verwandelt wird. Es handelt sich also sowohl um eine Erweiterung des Selbst, als auch, in erster Linie, um ein Instrument, das es dem Selbst ermöglicht, sich der Notwendigkeit bewusst zu werden, sich zu anderen hin auszudehnen, um deren Visionen, Sinne und Präsenz zu berücksichtigen.


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