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Aleksandra Jach im Gespräch mit Agnieszka Brzeżańska und Ewa Ciepielewska über das Projekt »Flow«
Die Reihe von Gesprächen und Präsentationen fragt aus unterschiedlichen Blickwinkeln nach der Bedeutung von Land. In den kommenden Jahren werden die Migrationsströme als eine Konsequenz des Klimawandels weiter anwachsen. Aufgrund der extremen Wetterbedingungen sowie der extraktiven Politik von Regierungen und Unternehmen, in der kleine Eliten die Macht und die Kontrolle über ökonomische Ressourcen innehaben, sind Menschen gezwungen, ihr Land zu verlassen. Weder eine globale Perspektive in Form von postnationalen institutionellen Organen, noch die Rückkehr zu einer Politik der Nationalstaaten oder zu den ethnischen Wurzeln: keines der bestehenden Modelle bietet eine Lösung für die planetarischen Herausforderungen. Der Klimawandel ist kein abstraktes, sondern ein materielles Phänomen, das alle Mauern und Grenzen, die Menschenströme abhalten sollen, außer Kraft setzt.

Darum müssen Fragen, die um die Relevanz und Vielschichtigkeit von Land kreisen, von funktionsunfähigen modernen Kategorien und Ökonomien entkoppelt und stattdessen mithilfe von materiellen und spirituellen Praktiken des täglichen Lebens neu überdacht werden. Die eingeladenen Künstler*innen beschäftigen sich mit verschiedenen Formen von Verbundenheit zu Land – ausgehend von persönlichen Erfahrungen oder von kollektiven Allianzen mit menschlichen und außermenschlichen Lebewesen. Dabei fragen sie nach den Bedingungen für Zugehörigkeit und dem Recht, nicht enteignet zu werden. Sie beschäftigen sich mit der Gefahr biologisch konstruierter Identitäten und dem Druck, dem jene gesellschaftlichen Gruppen ausgesetzt sind, die sich der Hypermodernisierung nicht fügen wollen.

Was die sehr unterschiedlichen Blickwinkel und Herangehensweisen der eingeladenen Künstler*innen verbindet, ist, dass sie alle über die existentielle Bedeutung von Grund und Boden nachdenken. Die oft subtilen Gesten, Handlungen und Vorstellungen zeigen einen ethischen Umgang mit Land, der konkret, beziehungsorientiert und bis zu einem gewissen Grad universal ist. Wenn Politik dort beginnt, wo Territorium identifiziert wird, regen die eingeladenen Künstler*innen dazu an, neue Wege zu finden, „Territorium“ als Lebensraum zu definieren.

»Attachment to Land« ist eine Veranstaltungsreihe mit Agnieszka Brzeżańska, Carolina Caycedo, Ewa Ciepielewska, Aleksandra Jach, Xu Tan und anderen.

Bildnachweis: Agnieszka Brzeżańska und Ewa Ciepielewska, FLOW, 2017, Photo: Szymon Rogiński

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