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Vom 23. bis 26.12.17 sowie am 31.12.17 ist die Galerie geschlossen
Naufus Ramírez-Figueroa arbeitet vorwiegend mit den Medien Performance, Skulptur, Zeichnung und Video. Mit seinen Werken schafft er Formen oder Bilder, welche die Kolonialgeschichte Lateinamerikas und ihre weitreichenden Folgen bis in die heutige Zeit anhand verschiedenster Themen wie Architektur, Folklore oder Botanik aufrufen. In seiner berühmten Performance „A Brief History of Architecture in Guatemala“, 2010 („Breve Historia de la Arquitectura en Guatemala“, 2010), lässt er drei charakteristische Architekturtypen – einen Stufentempel der Maya, eine Kirche aus der Kolonialzeit und den modernistischen Bau der Bank von Guatemala – von Performern in minimalistischen, Pappmodell-Kostümen darstellen und in ein zerstörerisches Durcheinander geraten.
Ramírez-Figueroas bildhauerisches Werk entsteht parallel zu und in häufiger Überschneidung mit seinen Performances. Unter Verwendung von Farb- und Lichteffekten inszeniert er mit seinen Skulpturen aus Styropor andeutungsweise theatrale Landschaften, die humorvoll an eine Science-Fiction- oder provisorische Bühnenbild-Ästhetik erinnern. Gleichzeitig klingen darin Themen wie Vertreibung, Identität oder das koloniale Erbe Guatemalas an.
Im Zentrum von Naufus Ramírez-Figueroas Ausstellung in der daadgalerie steht eine neue Skulpturenserie, die während seines Gastaufenthaltes in Berlin 2016/17 entstanden ist, zunächst im CAPC Musée d'Art Contemporain in Bordeaux ausgestellt wurde und nun, in seiner ersten Einzelausstellung in Berlin, im Rahmen einer ortsspezifischen Installation unter dem Titel „The Green Ray“ präsentiert wird.
Über die in der Ausstellung versammelten organischen Formen und Figuren bezieht Ramírez-Figueroa die heutigen ökologischen und sozialen Folgen landwirtschaftlicher Monopole auf die botanische und zoologische Taxonomie des schwedischen Naturwissenschaftlers der Aufklärung, Carl von Linné. Unter anderem verarbeitete Linné wissenschaftlich-systematisch die Erkenntnisse einiger europäischer botanischer Expeditionen ins koloniale Lateinamerika. Umfangreich korrespondierte er zum Beispiel mit dem spanischen Botaniker José Mutis, der über Jahre die Flora und Fauna Südamerikas erforschte.
So weisen die Skulpturen der Ausstellung botanische Referenzen auf, die auch politisch – im Sinne einer Kolonial- und Wirtschaftsgeschichte Zentralamerikas - gelesen werden können. Zu erkennen sind Blätter der Vanille-Orchidee, Kakaofrüchte und -bohnen, Bananenstauden, Kokosnüsse und exotische Zimmerpflanzen wie die Monstera deliciosa. Andere florale Formen erinnern an in Stein gemeißelte Urzeitgewächse. Der leicht zu schneidende Kunststoff Styropor hat einen vergleichsweise geringen Haltbarkeitswert, was den kulissenhaften Charakter der Skulpturen Ramírez-Figueroas unterstreicht. Bemalt sind sie mit einem mit Pigmenten und Fiberglas-Pulver angereicherten Epoxidharz in Weißtönen. Ein grünes Raster, das sich über den gesamten Boden des Ausstellungsraums erstreckt, und eine grüne und kalt-weiße Beleuchtung bilden die Bühne für eine genauere Betrachtung der einzelnen skulpturalen Elemente, die sich einer Klassifizierung und einer eindeutigen Narration zu verweigern scheinen.


Naufus Ramírez-Figueroa (geb. 1978 in Guatemala City, aufgewachsen in Vancouver, Kanada, lebt und arbeitet in Guatemala City und in Berlin) war 2016 Gast des Berliner Künstlerprogramm des DAAD. 2017 nahm mit der Installation „The Third Lung“ (2017) an der Hauptausstellung der 57. Venedig Biennale teil und 2016 mit der Arbeit „Heart of the Scarecrow“ an der 32. Sao Paulo Biennale. Dieselbe Arbeit wird zur ZPeit im Rahmen der Gruppenausstellung „A Universal History of Infamy“ im LACMA in Los Angeles ausgestellt. 2017 gab Ramírez-Figueroa Performances im Guggenheim Museum in New York und bei den Wiener Festwochen, hatte Einzelausstellungen im CAPC Bordeaux und in der Kunsthalle Lissabon. Außerdem erhielt er das Mies van der Rohe Stipendium der Kunstmuseen Krefeld.

In Zusammenarbeit mit dem CAPC musée d'art contemporain de Bordeaux und mit Unterstützung der Botschaft von Kanada.

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