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Szenische Lesung: Isabel Schosnig und Henning Vogt
Moderation: Jörg Plath
Dolmetscherin und Gesprächspartnerin: Alida Bremer
Ivana Sajko ist eine der führenden Stimmen und Erneuerinnen der südosteuropäischen Theaterszene, seit Langem auf internationalen Theaterfestivals zu Gast, und zählt gleichfalls zu den wichtigen Prosaautorinnen und Essayistinnen ihrer Generation. 1975 in Zagreb geboren und in eine Welt hineingewachsen, die geprägt ist vom Jugoslawienkrieg und seinen traumatischen Nachwehen, von Erinnerungen, Angst und Fremdenhass, von Raffgier, Heuchelei und unverblümter Aushebelung demokratischer Werte, befragt Ivana Sajko in ihrer Arbeit immer wieder aus bewusst weiblicher Perspektive die Beziehung zwischen Politik und Ästhetik: Welches sind die Möglichkeiten der Kunst, um eine adäquate, zeitgenössische Ästhetik des Widerstands zu entwickeln, die in den Raum der Wirklichkeit ausgreift, in den Körper der Realität: in den Körper von jedem Einzelnen. Und wie kann man die Membran durchstoßen, sodass aus dem konventionellen Akt des Sprechens ein individueller Akt des Agierens wird, der den anderen angeht, ihn körperlich und persönlich betrifft? Diese Fragen liegen nicht nur ihren auch in Deutschland bekannten Theaterstücken „Archetyp: Medea“, „Bombenfrau“ und „Europa“ zugrunde, sie bilden gleichfalls die Folie von Ivana Sajkos neuem Buch „Ein Liebesroman“, das im Herbst 2017 in der deutschen Übersetzung von Alida Bremer erscheinen wird und von einer kaputten Liebe in Zeiten des die Gesellschaft kaputtmachenden Raubtierkapitalismus in seiner südosteuropäischen Variante kündet. Wie in einem Kammerspiel erzählt sie darin von einem jungen Paar, das einander nicht mehr erträgt und dessen Liebe angesichts der Härte des Alltags, „des verfluchten Lebenstempos“, der „raschen Abfolge von Monatsmieten“ auf der Strecke geblieben ist. Ein sprachmächtiges Buch über die Sehnsucht der Menschen nach Liebe – und über ihr Scheitern.

Der Eintritt ist frei.

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