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Der magnetische Norden. Buchpremiere
Er hat sie alle noch gekannt: Joseph Brodsky und Czesław Miłosz ebenso wie Wisława
Szymborska, Anna Achmatowa, Boris Pasternak und die sowjetischen Dissidenten. Als Kind
erlebte Tomas Venclova die Okkupation seiner Heimat – erst durch die Sowjets, dann durch
die Nazis. Sein Hunger nach Welt war unstillbar: Er ging nach Leningrad, lernte Sprachen,
befasste sich mit der modernen Poesie und geriet als Übersetzer und Dichter früh ins Visier
des KGB. 1976 gehörte er zu den Mitbegründern der litauischen Helsinki-Gruppe für
Menschenrechte – und engagiert sich bis heute entschieden politisch. Während eines Aufenthaltes in den USA wurde Tomas Venclova 1977 die sowjetische
Staatsbürgerschaft entzogen. Seither (bis 2012) lehrte er an der Yale University und wurde zu einem Emigranten, der sein Exil als »Glücksfall« empfand.

In Gesprächen mit seiner Dichterkollegin und Übersetzerin Ellen Hinsey rekapituliert Tomas Venclova in dem gemeinsam verfassten Buch „Der magnetische Norden“ (Suhrkamp Verlag, Deutsch von Claudia Sinnig) sein Leben und lässt das 20. Jahrhundert wiederauferstehen: Ob es um Freundschaften geht oder um Fragen der Poesie, ob er über die Politik der Großmächte oder über die verwickelte Geschichte Mittelosteuropas spricht – seine Klugheit und Selbstironie geben dieser großen europäischen Erzählung von Entwurzelung und Heimatlosigkeit etwas heiter Gelassenes.

Tomas Venclova und Ellen Hinsey waren beide Gäste des Berliner Künstlerprogramms des DAAD, er 2012, sie 2015. Das Buch „Der magnetische Norden“ entstand in ebenjenen Jahren und ist insofern eng mit beider BKP-Gastaufenthalt verknüpft.

Der Eintritt ist frei.

Foto Thomas Venclova © Krzysztof Zielinski

Foto Ellen Hinsey © Adine Sagalyn

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