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Moderation: Sonja vom Brocke
Anneke Brassingas Gedichte umkreisen ein zentrales Paradox unserer menschlichen Existenz: Nichts weiter zu sein als ein Stück Materie – und doch mit dem Vermögen begabt, uns einen Gott zu erfinden, eine Seele. Von der Sehnsucht geleitet zu sein, der Welt Bedeutung einzuhauchen, ihr Sinn zu verleihen – im Wissen um die Unzulänglichkeit dieser Daseinsillusion. Alles in Anneke Brassingas Dichtung rührt von hier her: Dem Impetus, dem unvergeudeten Reichtum unserer Sehnsüchte Raum zu verleihen. Die überbordende Fülle des Glücks, des Glanzes zu preisen – im Wissen um ihr Nichtvorhandensein. Und das unauflösbare Spannungsfeld zwischen den nackten Tatsachen und der Unendlichkeit im Kopf auszuhebeln, allein durch die lebendige Wirklichkeit und Kraft der Sprache. Was ihr dabei gelingt: Eine Feier der Sprache in überbordender, irisierender Fülle.

Im Oktober 2016 erschien der erste Auswahlband dieser derzeit wohl wichtigsten zeitgenössischen niederländischen Dichterin auf Deutsch als Band Nr. 28 in der Spurensicherungsreihe des Berliner Künstlerprogramms des DAAD im Verlag Matthes & Seitz Berlin: „Fata Morgana, dürste nach uns“ (aus dem Niederländischen von Ira Wilhelm und Oswald Egger, mit einem Nachwort von Erik Lindner).

Am 12. Dezember 2016 tritt Anneke Brassinga erstmals gemeinsam mit ihrer deutschen Dichter-, Übersetzer- und Verlagskollegin Esther Kinsky auf, über deren neuen Gedichtband „Am kalten Hang“, gleichfalls im Herbst 2016 im Verlag Matthes & Seitz Berlin erschienen, Iain Galbraith in seinem Nachwort schreibt: „Esther Kinskys Gedichte lesen unsere Welt mit allen Sinnen und horchen in vergessene, aber dafür nicht weniger konstitutive Schichten der Sprache hinein. Die mysteriösen Sprüche des alttestamentarischen Propheten Jeremiah aufgeschlagen in der Hand, die ins Mark treffenden Töne von Schuberts Winterreise im Ohr, so entwirft Am kalten Hang eine stark assoziative Landschaft der Trauer und des Schmerzes. Im Spannungsverhältnis zu diesen an die Grenzen geistiger Integrität rührenden Gebilden steht eine sich unter jedem Gedicht fortsetzende lyrische Kurzprosa. Es handelt sich dabei um eine Art von mikrotextueller Italienischer Reise, die sich aber, fern jeglicher Kulturbeflissenheit, als Wanderung ‚durchs Gebirge‘ in ‚eine Fremdnis‘ erweist. Begegnungen mit verschiedenen Landstrichen zwischen Elbe und Olevano verdichten sich in Korrespondenz mit den Gedichten zu einem intensiven und ergreifenden Selbstgespräch über Leid, Fremdsein, Tod und Gedächtnis.“

In Kooperation mit ausland und Matthes & Seitz Berlin

Eintritt: 5,-- Euro

Foto: c_Krzysztof Zielinski

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