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An zwei Abenden zeigen wir jeweils einen Lang- sowie einen Kurzfilm Mira Fornays

„Můj pes Killer“ (My Dog Killer, Slowakei/Tschechien 2013)
„Gardeners“ (Slowakei/NL 2016)
Schon die ersten Einstellungen von Mira Fornays Langfilm „Můj pes Killer“ (My Dog Killer, 2013) sind von packender Intensität: Zuerst ein Beinahe-Standbild – das idyllische Panorama eines slowakischen Weinbergs im dunstverhangenen Licht der aufgehenden Sonne. Jäh unterbrochen von einem Kampfhund, der sich in ein herabhängendes Stück Tau verbeißt und trotz Befehls seines Herren, des jungen Skinheads Marek, nicht loslässt. Das Bild und die Geräusche des an dem Seil hängenden Hundes wirken genauso lächerlich wie beängstigend. Sie nehmen das alltägliche Drama von Mareks Dasein, seine Zerrissenheit zwischen seiner Neonazi-Gruppe, seiner zersplitterten Familie und insbesondere gegenüber seinem kleinen Halbbruder Lukas, dessen Vater ein Rom ist, vorweg. Auch in Mira Fornays erstem Langfilm „Lištičky“ (Foxes, 2009) bedingen politische Zusammenhänge die Geschichte: Hierin erzählt sie von zwei slowakischen Schwestern, die in Irland ihr Glück suchen.
Mira Fornay,1977 in der damaligen ČSSR geboren und Tochter eines Kameramanns, die nie einen anderen Berufswunsch als Filmemacherin hatte, konzentriert sich in ihren Filmen auf die nächsten Beziehungen ihrer Protagonisten, um so genau und subtil wie möglich von oft zu plakativen Aussagen reizenden gesellschaftlichen Schlagworten wie „Rechtsradikalismus“ („Můj pes Killer“) oder „Wirtschaftsflucht“ („Lištičky“) zu berichten. Das gelingt ihr zum einen aufgrund ihrer herausragenden Schauspielführung der Laiendarsteller, zum anderen, weil sie gründlich recherchiert und dann minutiös beobachtet. Ihr Erzählen mutet beinahe dokumentarisch an – Handkamera, keine Musik und beinahe Deckungsgleichheit von erzählter und abgebildeter Zeit. Sie bleibt ganz nah an den Figuren und ihrem Alltag.
Für diese konsequente Haltung als Filmemacherin erhielt Mira Fornay zahlreiche Preise. „Můj pes Killer“ (My Dog Killer) wurde beim Filmfestival in Rotterdam 2013 mit dem prestigeträchtigen Tiger ausgezeichnet und zu über vierzig Festivals weltweit eingeladen. Ihr Debütfilm „Lištičky“ feierte 2009 seine Premiere auf dem Filmfestival in Venedig und wurde ebenfalls zu den wichtigsten A-Festivals der Welt eingeladen.

Eintritt: 7,50 / 5,--

In Kooperation mit arsenal. Institute für film und videokunst e.V.

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