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Boris Filanovsky Cantus with Cleansing for Seven Guslari
Boris Filanovsky Cantus with Cleansing for Seven Guslari (2016) UA
auf Gedichte von Eugene Ostashevsky (aus: The Unraveller Seasons, 1998-2000)

mit
The Gusliars Volkssänger aus Montenegro
Vladmir Djurišić Künstlerische Leitung

Der russische Komponist Boris Filanovsky greift die Tradition der Guslaren auf, epischen Sängern aus den Balkanländern, die Lieder zwischen Erzählung und Poesie, über Krieg und Helden, aber auch über Liebe und Alltag zum Besten geben. Sie begleiten sich auf der Gusle oder Gusla, einer einfachen, oft sehr schön verzierten Kniegeige, die mit einer einzigen aus 30 Rosshaaren geflochtenen Saite bespannt ist. Die Tradition der Guslari ist seit langem in Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro und Albanien verbreitet. Während Guslari normalerweise einzeln auftreten, schließt Boris Filanovsky sie zu einem Ensemble zusammen, lässt sie interagieren und konkurrieren. Indem er das auf wenige mikrointervallische Stufen begrenzte Melos der einzelnen Spieler und ihre jeweils individuelle Intonation übereinanderschichtet und die Texte – Group Portrait with Massacre und Fragmente zweier weiterer Gedichte aus dem Zyklus The Unraveller Seasons von Eugene Ostashevsky – in Englisch singen lässt, bricht er die Tradition auf und verleiht dieser alten Gesangsform eine neue dekonstruierte und ambivalente Identität. Sie deutet sich bereits in dem Namen des Ensembles „The Gusliars“ an, in dem der Begriff Guslari „lügnerisch“ verdreht wird. Noch heikler und ambivalenter ist das im Titel des Werks vorkommende Wort „Cleansing“, das einerseits auf ethnisch-politische „Säuberung“ anspielt, wie sie die Balkanländer noch in jüngster Zeit grausam erfahren mussten, andererseits aber auch eine moralisch-ethische „Reinigung“ im Sinne einer „Läuterung“ meint.

Ort:
Alte Talstation Panorama, 39040 Seiser Alm

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