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Eröffnung: 20. November 2015, 18-21h
Die Ausstellung Last Sighting beschreibt eine Umbruchsituation, einen Augenblick in einer prekären Transitzone, die weder materielle Sicherheit noch politische Eindeutigkeit bietet.

Als Vlassis Caniaris seine 1975 in der Berliner Jebensstraße gemeinsam vom Berliner Künstlerprogramm des DAAD und der NGBK organisierte Ausstellung Gastarbeiter-Fremdarbeiter eröffnete, war die Resonanz bedeutend: Der Spiegel veröffentlichte einen großen Artikel, das ZEIT Magazin zeigte die Arbeit auf dem Titel. Die damals virulente Diskussion zur Gastarbeiterpolitik schien Caniaris in idealer Weise künstlerisch umgesetzt zu haben. In den Folgejahren entstanden noch komplexere Environments, wie Hélas Hellas, das zunächst im Athener Technochoros Bernier und 1983 in erweiterter Form im Dortmunder Museum am Ostwall gezeigt wurde. Drei der Caniaris-Skulpturen in Last Sighting sind Fragmente aus diesem Environment und interagieren hier mit Arbeiten der in Berlin lebenden Künstler Wolf von Kries und Sofia Hultén, des Bukarester Architekturbüros Studio Basar und der nigerianischen Künstlerin Otobong Nkanga, die 2013 Gast des Berliner Künstlerprogramms war.
Wolf von Kries‘ Quilt ist ein aus Umzugsdecken genähter Teppich, der in monatelanger Gemeinschaftsarbeit mit Freunden entstand und dessen Muster von traditionellen amerikanischen Patchworkarbeiten inspiriert ist. Steht hier die Kultur des Recyclings und die Frage nach der Wertigkeit von Materialien und manueller Arbeit im Vordergrund, beschleunigt Sofia Hultén in ihrer Arbeit „Auflösung“ den Zerfallsprozeß von auf städtischen Brachen gefundenen Gegenständen durch einen radikalen Eingriff. Der Ausgangspunkt des Projekts Evicting the Ghost von studioBASAR sind im Bukarester Stadtraum beobachtete Ansammlungen von Hausrat, die Menschen nach dem Verlust ihrer Wohnung auf den Gehwegen auftürmen und teilweise auch bewohnen. Otobong Nkangas Arbeit Waiting to Migrate aus dem Fotozyklus Emptied Remains thematisiert einerseits konkret die Transformation der Landschaft in der Lüneburger Heide, stellt das Verhältnis von Mensch und Landschaft jedoch in einen größeren materiellen und identifikatorischen Zusammenhang der Ver- und Entwurzelung.

Otobong Nkanga (*1974 in Kano, Nigeria, lebt in Antwerpen) war 2013, Vlassis Caniaris (*1928 in Athen, †2011) 1973 Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.

Kuratiert von Bettina Klein

Mittwoch, 2. Dezember, 19 Uhr:
Vortrag von Prof. Dr. Michael Fehr „Vlassis Caniaris – Wanderer zwischen Welten“

Samstag, 9. Januar, 18 Uhr:
Vortrag von studioBASAR, Bukarest

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