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Die Geschichte der Musik ist auch eine Geschichte von Ordnungssystemen, ihrer Wahrnehmung und ihrer Bedeutung. Töne werden in zeitlicher Dauer und Reihenfolge bestimmt, und es wird das Zusammenklingen mehrerer Töne koordiniert. Je nach Ereignisdichte entwickelt sich ein transparentes oder auch ein eher undurchsichtiges Netz ästhetischer und semantischer Verbindungen. Ein komplexes Klangbild wird erzeugt durch die Vermeidung von Wiederholung, von Symmetrien oder Gleichmäßigkeit zugunsten einer permanenten Variation oder Vielgestaltigkeit. Der Grad der Komplexität bestimmt, wie und ob überhaupt die Musik in ihren Details erfasst werden kann. Möchte ein Komponist eine vielstimmige, rhythmisch unregelmäßige Vielgestaltigkeit erzeugen, die den Zuhörer anregt und staunen lässt, ihn aber möglicherweise auch gewollt überfordert? Oder lädt der Komponist zum choralartigen Mitsingen oder Meditieren oder einfach zum klanglichen Genuss ein? Werden wir manchmal getäuscht von einfachen Oberflächen, die in den Details komplex sind? Nehmen wir sehr komplexe Werke am Ende eher emotional wahr als Ton für Ton? Und was ist die ästhetische Idee der Komponisten bei der Erzeugung komplexer Strukturen?

Komplexität ist zwar ein Begriff aus der Musikästhetik der Gegenwart, als Phänomen ist sie aber bereits in frühen Musikformen wie mittelalterlichen Gesängen präsent. Das Gesprächskonzert beschäftigt sich historisch, kompositorisch und hörend mit Komplexität in der Musik. Eingeladen sind die Musikwissenschaftlerin und Musikpsychologin Prof. em. Dr. Helga de la Motte-Haber, der Schweizer Komponist Michael Pelzel (Gast des BKP 2014), dessen Ziel es ist, den Hörer »in einen traumhaften Sog von Farben und Klangströmen zu entführen«, und der Musikredakteur von Deutschlandradio Kultur Rainer Pöllmann. Drei unterschiedliche Kompositionen werden von den Musikerinnen Nora Krahl (Violoncello) und Miako Klein (Blockflöte) dargeboten, wobei sich die Liza Lims in ihrer Komplexität auf die Spiritualität der Aborigines Australiens bezieht und die Michael Pelzels auf inhärente Rhythmen in der afrikanischen Musik.


Programm:
Begrüßung
Dr. Pascal Decker, Vorstand Stiftung Brandenburger Tor
Julia Gerlach, Leitung Musik beim Berliner Künstlerprogramm des DAAD

John Baldwine (*1560-1615) »Upon Re Mi Fa«
für Violoncello und Blockflöte

Vortrag von Prof. Dr. Helga de la Motte-Haber

Liza Lim (*1966) »Invisibility« (2009)
für Violoncello solo und zwei Bögen

Rainer Pöllmann im Gespräch mit dem Komponisten Michael Pelzel

Michael Pelzel (*1978) »Dance machine« (2014, UA der Version für Blockflöte 2015)
Duo für Blockflöte und Violoncello

Moderation: Rainer Pöllmann
Violoncello: Nora Krahl
Blockflöte: Miako Klein

Eine Veranstaltung der Stiftung Brandenburger Tor in Kooperation mit dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD.

Anmeldung unter: info@stiftungbrandenburgertor.de

Eintritt frei.

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