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Eröffnung, Freitag, 13.2., 19-21h
Ho Tzu Nyen, geboren 1976 in Singapur, produziert Filme, Videos, Performances, Filminstallationen, Musikvideos und Theateraufführungen. Ho ist sowohl als bildender Künstler, wie auch als Filmemacher aktiv und bekannt. So wurde etwa sein Film »Here«, ein 2009 veröffentlichtes Psychologie-Patientendrama, auf den internationalen Filmfestspielen in Cannes gezeigt. 2011 hingegen bespielte er auf der Kunstbiennale in Venedig den Pavillon Singapurs mit der eigens dafür produzierten Filminstallation »The Cloud of Unknowing«. Vordergründig werden darin Szenen aus dem Leben verschiedener Mieter eines typischen Sozialbaus in Singapur präsentiert. Gleichzeitig ist die Arbeit eine Auseinandersetzung mit dem Motiv der Wolken in der Kunst, insbesondere in der Malerei, unter Verwendung filmischer Mittel. »The Cloud of Unknowing« und andere der jüngeren, episch komplexen und exzessiven Filminstallationen Hos sind deutlich vom Barock und dem Format des »Tableau Vivant« inspiriert und weisen darüber hinaus zahlreiche Bezüge zu Philosophie, Kunstgeschichte, Filmgeschichte und zur Popkultur auf. Dennoch sind seine Arbeiten immer auch, ob explizit oder implizit, Auseinandersetzungen mit der Sozial- und Kulturgeschichte, der politischen Situation und dem Klima des Inselstaats Singapur.

Ho Tzu Nyens Filminstallation »The Name« (2015), die in der daadgalerie am 13. Februar ihre Premiere feiert und im Zentrum der gleichnamigen Ausstellung steht, ist eine energiegeladene Found Footage Montage aus Filmen der westlichen Filmgeschichte, die den schöpferischen aber auch qualvollen Akt des Schreibens meist in Form eines romantischen Geniekultes darstellen. Gleichzeitig wird auf der Ebene des »Voice-over« ein von diesem Ideal vollkommen abweichender Autorentypus verhandelt. Mit »The Name« setzt Ho seine Recherche zu dem mysteriösen Autor Gene Z. Hanrahan filmisch um, dessen publizistischem Werk er seit längerem nachspürt. Ausgangspunkt seines Interesses an diesem Autor ist Hanrahans 1954 in den USA erschienene, erstaunlich aufschlussreiche Abhandlung über den kommunistischen Kampf auf der Malaiischen Halbinsel während der Kolonialzeit (»The Communist Struggle in Malaya«, 1954). Weitere Publikationen z.B. zu chinesischen Guerilla-Taktiken oder, unter dem Titel »The Wild Years«, über das Werk Ernest Hemingways, lassen Hanrahans Identität als Autor-Subjekt immer fragwürdiger erscheinen.
So wird in Hos Film die Instabilität des Werk- und Autorenbegriffs mit filmisch-künstlerischen Mitteln und anhand eines konkreten historischen Falls verarbeitet, der auf die malaysische Geschichtsschreibung abgefärbt hat.

»The Name« ist das Pendant zu Ho Tzu Nyens ursprünglich für die Shanghai Biennale 2014 produziertem Film »The Nameless«. Diese Geschichte voller Doppel- und Mehrdeutigkeiten um einen Dreifachagenten in Südostasien durfte aufgrund der chinesischen Zensur in Shanghai nicht gezeigt werden. Er läuft nun erstmals beim »Forum Expanded«, das parallel zur Berlinale diesmal unter dem Titel »The Sound of the Closing Door« in der Akademie der Künste am Hanseatenweg stattfindet (bis 15.2.).

Ho Tzu Nyen (* 1976 in Singapur) hat Kunst am Victorian College of the Arts in Melbourne und Southeast Asian Studies an der National University of Singapore studiert. Einzelausstellungen (Auswahl): Substation Gallery, Singapore (2003); Contemporary Art Centre of South Australia, Adelaide (2010); Artspace, Sydney (2011) und Mori Art Museum, Tokyo (2012). 2011 hat Ho Singapur auf der 54. Venedig Biennale repräsentiert. Er hat an zahlreichen internationalen Filmfestivals teilgenommen, z.B. an der 41. Directors’ Fortnight des Cannes International Film Festival (2009) und dem Sundance Film Festival in Park City, Utah (2012). Gruppenausstellungen (Auswahl): Singapore Biennial (2006); Video Killed the Painting Star, Contemporary Center of Art, Glasgow (2007); Thermocline of Art: New Asian Waves, ZKM Center for Art and Media, Karlsruhe (2007); Asia Pacific Triennial, Queensland Art Gallery, Brisbane (2009); No Soul for Sale, Tate Modern, London (2010); transmediale.11, Haus der Kulturen der Welt, Berlin (2011); Surplus Authors, Witte de With, Rotterdam (2012); Autonomous Zones, Times Museum, Guangzhou, China (2013) und Social Factory, 10. Shanghai Biennale (2014). Im Januar 2015 erhielt er den Grand Prize Award des Asia Pacific Breweries Foundation Signature Art Prize. Ho Tzu Nyen lebt in Singapur. 2014/15 ist er Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.

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