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In der Sparte Musik war die Stipendienvergabe von Beginn an darauf ausgerichtet, international bekannte Komponisten einzuladen, die dem früher eher konservativen Musikleben Berlins innovative Anstöße geben konnten. In den 1960er und 1970er Jahren waren dies u.a. György Kurtág, Krzystof Penderecki, György Ligeti, Isang Yun, John Cage und Morton Feldman → Abb. 1 In den 1980er Jahren kamen zunehmend Komponisten hinzu, die die jeweils neuesten Ansätze in der elektroakustischen Musik und im Performance-Bereich vertraten, u.a. Luigi Nono → Abb. 2, Bill Fontana, Fast Forward, Shelley Hirsch, Fatima Miranda, David Moss, Gordon Monahan, Sainkho Namtchylak, Carles Santos.

Alle neuen Gäste des Berliner Künstlerprogramms werden durch ein Komponistenportrait in der daadgalerie oder ein eigenes Portraitkonzert der Öffentlichkeit vorgestellt. Um den Gästen, die durch ihre oft experimentelle Arbeit schwer in das Berliner Konzertleben zu integrieren sind, darüber hinaus Aufführungsmöglichkeiten zu geben, wurde 1982 das Festival "Inventionen" gemeinsam mit der Technischen Universität gegründet. Schwerpunkte dieses Festivals sind die elektroakustische Musik, multimediale Performances, Klanginstallationen und spartenübergreifende Ausstellungen (Musik/Bildende Kunst). Begleitet werden die Aufführungen von Workshops und Symposien, wissenschaftlichen Beiträgen und Dokumentationen und umfangreichen Programmheften. Das Festival steht jeweils unter einem Thema oder ist dem Werk eines Komponisten gewidmet – es versucht, den neuesten Strömungen und Uraufführungen die "Klassiker" der Neuen Musik und in Berlin selten bzw. nie gespielte Werke gegenüberzustellen, so z.B. "Musik für ca. 16 Saiten" (1989), eine umfangreiche Retrospektive des zeitgenössischen Streichquartettschaffens.

1991 stand das kammermusikalische und elektronische Werk von Luigi Nono und John Cage im Mittelpunkt, 1994 das Frühwerk von Karlheinz Stockhausen. 1996 war das Festival dem Thema Raum-Musik gewidmet. Die "Groupe de Recherches Musicales" (GRM) aus Paris war des öfteren mit dem Acousmonium zu Gast, besonders 1998 beim 50jährigen Jubiläum der "Musique concrète". 2000 bildete die Aufführung von Luigi Nonos "Prometeo" durch das Ensemble Modern Orchestra und das Experimentalstudio Freiburg in der Philharmonie Berlin einen Akzent, ergänzt durch Klangkunst u.a. der Gäste Ed Osborn → Abb. 3, José Antonio Orts, Tom Johnson und Wolfang Mitterer sowie akusmatische Konzerte des BEAST (Birmingham ElectroAcoustique Sound Theatre) in der Parochialkirche.

2002 konnten die "Inventionen" ihr 20jähriges Jubiläum mit zahlreichen Klanginstallationen feiern, etwa von Gordon Monahan in der daadgalerie → Abb. 4 oder Robin Minard im Stadtbad Oderberger Straße → Abb. 5. Sehr eindrucksvoll war die deutsche Erstaufführung von "Le Noir de l´Etoile" von Gérard Grisey durch "Les Percussions de Strasbourg" und die in Zusammenarbeit mit Berliner Videokünstlern entstandenen Werke der Gäste Kotoka Suzuki und Emmanuel Witzthum.

Die Komponisten, vor allem die Performancekünstler, lassen sich von der Stadt inspirieren und inspirieren ihrerseits die Menschen, nicht nur die Musiker, zur Produktion und Wahrnehmung völlig neuer akustischer Sphären: Fast Forward entzündete 1989 im Hamburger Bahnhof, der damals noch eine Ruine war, ein Trommelfeuer mit Musikern, Videokünstlern und Bauarbeitern, die mit Presslufthämmern den Boden bearbeiteten → Abb. 6. Christian Marclay mischte 1995 in einem ehemaligen Straßenbahndepot sein "Berlin Mix" mit 165 Live-Musikern und Sängern aus allen Musikbereichen → Abb. 7. David Moss brachte in "Physical Acts" 1992 in der Schöneberger Sporthalle Musiker, Tänzerinnen und Sportler zusammen, die in Einzelperformances in Duschen und Umkleidekabinen sowie im Ensemble in der Halle ihre Leistungen zum Besten gaben. 1995 standen 5 "conductions" mit einem Berliner Ensemble von Lawrence D. "Butch" Morris auf dem Programm des Total Music Meeting im Podewil. Ellen Fullman brachte 2001 ihr 32 Meter langes "Long String Instrument" zusammen mit vier Berliner Musikern in der Parochialkirche zum Klingen.

Die wechselseitige Inspiration zwischen Berlin und den Gästen des Programms hat in vielen Fällen zur Entscheidung der Gäste geführt, dauerhaft in Deutschland zu leben und zu arbeiten. Zu diesem Schritt entschlossen sich der Este Arvo Pärt, Frangis Ali-Sade aus Aserbaidschan, der Amerikaner David Moss, die Kanadier Robin Minard und Gordon Monahan, der Österreicher Sam Auinger, der Brite Richard Barrett und viele andere.

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