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Zusätzlich zu den 18 Stipendien, die durch die Auswahl internationaler und unabhängiger Jurys in den vier Sparten Bildende Kunst, Literatur, Film und Musik vergeben werden, spricht das Berliner Künstlerprogramm jährlich mehrere ein- bis zweimonatige Kurzeinladungen aus. Diese Einladungen sind ebenso wie die einjährigen Residenzen als Auszeichnungen für Künstler*innen gedacht, die bereits einen substantiellen, innovativen Beitrag zum zeitgenössischen Kunstgeschehen geleistet haben, deren transdisziplinäre oder kollektive Praktiken aber im Raster der vier traditionell gewachsenen Sparten nicht gut abgebildet werden können. Außerdem bietet sich hier die Möglichkeit, in Verbindung mit den langen Stipendien thematische Schwerpunkte zu setzen.

Im Zeitraum von 2018 bis 2019 wurden über diesen Weg Cevdet Erek (TR), Zuleikha Chaudhari (IN) sowie Leslie García und Paloma López (Interspecifics, MX) nach Berlin eingeladen. 

Die Soundinstallationen und Performances des türkischen Künstlers und Musikers Cevdet Erek zeichnen sich durch Rhythmus und Ortsspezifik aus. Erek beschäftigt das Verhältnis von Architektur und Klang, seine konzeptuellen Arbeiten entwickelt er zu kollektiv erlebbaren Hör-Räumen, die für die Betrachter*innen zu Hypothesen werden und sowohl ihre Wahrnehmung als auch ihre Sinneserfahrung des spezifischen Raums wie auch der Zeit verändern, um diese neu zu artikulieren und zu vermessen. Ereks Installation ÇIN wurde im türkischen Pavillon der 57. Biennale Venedig (2017) präsentiert, weitere Arbeiten waren unter anderem Teil der 14. Istanbul Biennale (2015) und der documenta (13) (2012). 

Die indische Regisseurin und Lichtdesignerin Zuleikha Chaudhari arbeitet an der Schnittstelle zwischen Performance, Theater und Installation. Ein wichtiges Thema ihrer Praxis sind Experimente mit Räumen – sei es der Raum des menschlichen Körpers oder der des Aufführungsortes. Chaudhari interessiert sich für die Rolle, die Raum bei der Konstruktion von Narration spielt, beziehungsweise dafür, wie raumbezogene Politik menschliche Erfahrung, Erinnerung und Erzählung(en) beeinflusst. Der Frage nach Erinnerung geht sie auch bei der Auseinandersetzung mit Archivdokumenten nach, anhand derer sie die Beziehung zwischen der Produktion von Erinnerung und der Rolle des Archivs thematisiert. Chaudhari ist Mitglied der Khoj International Artists’ Association, ihre Arbeiten waren unter anderem auf der 10. Berlin Biennale (2018), dem Dhaka Art Summit (2018) und der Kochi-Muziris Biennale (2016) zu sehen. 

  Seit 2013 arbeitet das mexikanische Klangkunstkollektiv Interspecifics in den Grenzgebieten von Kunst und Forschung, von Mensch, Maschine und anderen nicht-menschlichen Akteuren wie Bakterien, Bioelektrik, Schlammkulturen oder Pilzen. Mit ihren selbst entworfenen und gebauten „ontologischen Maschinen“ und ihren hybriden, multimedialen Praktiken loten sie Begriffe wie Intelligenz, Agency und Menschlichkeit neu aus. Dabei sind Enthierarchisierung und offene Zugänglichkeit von Wissen, kollektives Denken und Inklusion ihr ständiger Antrieb und wesentliches Ziel, das sie neben ihrer kreativen Praxis vor allem in ihren offenen Workshop-Konzepten umsetzen. Im November 2019 werden Interspecifics, vertreten durch Leslie García und Paloma López, eine Ausstellung zum Thema „non-human agents & sound“ in der daadgalerie eröffnen. 

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