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Ottó Tolnai wurde 1940 in Magyarkanizsa/Kanjiza in der Wojwodina, der ungarischsprachigen Region des heutigen Serbiens, geboren und lebt in Palics ebendort. Tolnai arbeitet als Lyriker, Prosaschriftsteller, Dramatiker, Kunstkritiker, Essayist, Chefredakteur der Veszprémer Zeitschrift Új Symposion und Übersetzer. Er gilt als einer der wichtigsten Autoren der ungarischen Gegenwartsliteratur, wobei dem Werk nicht zuletzt aufgrund seiner Komplexität eine Sonderstellung zukommt. Tolnai veröffentlichte über dreißig Bücher in Ungarn und Jugoslawien und wurde mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Brücke-Preis 1967 und 1980, dem Attila-József-Preis 1991, dem Endre-Ady-Preis der Soros-Stiftung Budapest 1993, dem Tibor-Déry-Preis 1995 und zuletzt 2005 mit dem Ungarischen Literaturpreis der Stiftung Ungarn in Europa für den "Roman eines Radiointerviews" "Költ? disznózsírból" (Dichter aus Schweineschmalz, 2004), in dem er mit Lajos Parti Nagy Zwiesprache hält.

In dem Band "Ich kritzelte das Akazienwäldchen in mein Heft" (2002) läst Tolnai seine Figuren in vier lose miteinander verbundene Erzählungen auf ihr Leben zurückblicken. Die inneren Monologe der Protagonisten wuchern vor Erinnerungen, Fiktives und Erlebtes stehen gleichwertig nebeneinander, skurril-surreale Anekdoten vermischen sich mit Beschreibungen des ländlichen Alltags. Der Autor verwendet eine klare, dennoch poetische Sprache und verleiht seiner nichtlinearen Erzählweise durch Wiederholungen und leitmotivisch wiederkehrende Metaphern Struktur.

Wer Tolnai liest, so der ungarische Schriftsteller Lajos Parti Nagy im Vorwort zum "Akazienwäldchen"-Band, werde "einen nahen Verwandten Danilo Kiš', Bohumil Hrabals oder auch Sándor Weöres' nach Gewicht und Rang kennen lernen. Augenblicklich und wie durch ein Wunder verwandelt sich diese ländliche Gegend zum Mittelpunkt der erschaffenen Welt, sobald Ottó Tolnai Hand daran anlegt und daraus Lyrik, Prosa oder Essays, mit einem Wort, eine charakteristische, groß angelegte Tolnaiade schöpft." Orpheus vom Lande, so nannte sich Ottó Tolnai selbst, und das Dasein als Dichter in der Provinz ist frei gewählt, denn der Mikrokosmos ist ihm ein unerschöpfliches Geschichtenreservoir.


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Veröffentlichungen in deutscher Übersetzung
Der Weihnachtsbaumfäller; Pali? (Palics), beide in: Das Buch der Ränder. Die Unsichtbaren – Ungarische Prosa jenseits der Staatsgrenzen. Herausgegeben von Irene Rübberdt und Christine Schlosser. Wieser, Klagenfurt 1999
Schönes Babylon. Gedichte aus Europa in 12 Sprachen. Herausgegeben von Gregor Laschen. DuMont, Köln 1999
Ich kritzelte das Akazienwäldchen in mein Heft. Vier Erzählungen. Aus dem Ungarischen von György Buda und Géza Deréky. edition per procura, Wien/Lana 2002
Akzente (1/2005) 2005
Eine Postkarte an Don Dukay. Neun Geschichten aus der Provinz. Aus dem Ungarischen von György Buda. Mit einem Nachwort von Gábor Csordás. DAAD-Reihe Spurensicherung 15. DAAD, Berliner Künstlerprogramm, Berlin 2005
Lorbeeren vom Balkan. Gedichte. Sprache im technischen Zeitalter 178 (2/2006) 2006
Veröffentlichungen beim DAAD
Eine Postkarte an Don Dukay 2005
Veranstaltungen beim DAAD
Kleine Sprachen - Große Literaturen

Lesungen von Daniel B?nilescu, Petr Borkovec, Gianni Celati, Feng Li, Amanda Michalopoulou, Ottó Tolnai, Filmgespräch mit László Garaczi

Lesung

Abgesang vom Balkan

Lesung mit Ottó Tolnai. Einführung: Ernest Wichner. Freitag, 25. Februar 2005, 20:00 Uhr Literaturhaus Berlin.

Gastprofessuren
curating connections
Künste & Medien
Artists in Residence am PIK