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David Toscana wurde 1961 in Monterrey, Mexiko, geboren. Mit seiner in der neuen mexikanischen Literatur ganz eigene Stimme machte er sehr bald auf sich aufmerksam. Als einer der wenigen südamerikanischen Schriftsteller ist es ihm gelungen auch in die USA Anerkennung zu finden. Sein Roman "Estación Tula" (Endstation Tula, 1998) erschien in den USA schon vor der spanischen Ausgabe.

David Toscana bezeichnet seine Poetologie als "realismo desquiciado" (haltlosen Realismus), der sich vom überlieferten magischen Realismus lossagt, zumal jener des Magischen bedarf, um die Welt zu erklären. Seine Protagonisten handeln weder mit Logik noch Vernunft; ihre Welt spielt sich allein in der Vorstellung ab, wenngleich ein mehrschichtiger Austausch zwischen dem Leben und der Fiktion stattfindet. "Stets gefällt mir beim Schreiben, die direkte Lebenserfahrung im Bewusstsein zu haben", bekräftigt der Autor, der sich in seine Protagonisten hineinversetzt und ihre persönlichen Risiken nachvollziehen möchte, um aus den jeweiligen Situationen heraus in die ganz alltägliche Haltlosigkeit der Welt zu geraten. Onetti, aber auch Juan Rulfo schulten seinen literarischen Sinn für das Atmosphärische, Donoso für das opulent Absonderliche. Sein Romandebüt "Las bicicletas" (1992; Die Fahrräder) begann mit dem lakonischen Satz: "Der Weg zum Friedhof war lang." Damit stellte er sich unmittelbar in die mexikanische Tradition der literarischen Gestaltung des Todesmotivs, die er als regionaler Schriftsteller in den kargen Norden verortet. 1997 erschien der Erzählungsband "Historias de Lontananza" (Geschichten der Ferne), 1998 sein dritter Roman, "Santa María del Circo" (Die heilige Maria vom Zirkus), 2002 folgte der vierte Roman, "Duelo por Miguel Pruneda" (Klage um Miguel Pruneda). Die internationale Literaturkritik lobt seine Prosa für die bisweilen beißende Ironie, mit der er das Scheitern und die Einsamkeit seiner Protagonisten begleitet: "Ich finde in meiner Region eine sehr reiche Ader, die eigentlich niemand geschürft hat, deshalb fühle ich mich sehr wohl, in meinem eigenen Bergwerk zu arbeiten und viele unerzählte Geschichte hervorzubringen."

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Veröffentlichungen in deutscher Übersetzung
Endstation Tula. Aus dem Spanischen von Willi Zurbrüggen. Wolfgang Krüger, Frankfurt am Main 1998
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