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José Eduardo Agualusa wurde 1960 in Huambo, Angola, geboren. Nach dem Studium der Journalistik in Lissabon kehrte er 1989 zunächst nach Angola zurück, doch Ende der neunziger Jahre verließ er das Land wegen der schwierigen politischen Lage wieder und ging nach Rio de Janeiro.

Bisher veröffentlichte Agualusa vier Romane, eine Sammlung mit Kurzgeschichten und einen Lyrikband. Zudem arbeitet er als freier Journalist für Radio und Zeitung. Das Portugiesisch, in dem er schreibt, ist für Agualusa nicht mehr die Sprache der einstigen Kolonialherren, sondern "eine afrikanische Sprache, die Begriffe, Ausdrücke, die Rhythmen und die Gefühle des angolanischen Volkes aufgenommen hat".

Zentrales Thema seines Debüts "A Conjura" (1989; Die Verschwörung), das im Sao Paulo de Luanda der Jahre 1880 bis 1911 spielt, ist die Vermischung der Kulturen in der modernen angolanischen Gesellschaft. Agualusa zeichnet das Portrait einer Gesellschaft, die von Gegensätzen geprägt ist und in der nur diejenigen Aussicht auf Erfolg haben, die sich anpassen, d.h. sich der jeweils anderen Rasse und Kultur gegenüber öffnen. Im Brennpunkt dieser Entwicklung steht für Agualusa die kreolische Minderheit, der er selbst auch angehört und deren wachsendes Selbstbewusstsein er in seinem zweiten Roman, "A Feiro dos Assombrados" (1992; Der Markt der Verdammten), als Wurzel eines angolanischen "Proto-Nationalismus" beschreibt.

Gemeinsam mit Fernando Semedo und der Fotografin Elza Rocha veröffentlichte Agualusa 1993 den Band "Lisboa Africana" (Afrikanisches Lissabon), der die vielfältigen kulturellen Impulse, die die portugiesische Gesellschaft durch ihre afrikanische Bevölkerungsgruppe erfahren hat, dokumentiert. In seinem Roman "Estaçao das chuvas" (1996; Die verregnete Saison) lässt Agualusa den mit mit autobiografischen Zügen ausgestattete Ich-Erzähler die fiktive Lebensgeschichte der angolanischen Dichterin und Historikerin Lidia do Carmo Ferreira erzählen, eine nüchterne Gesellschaftschronik aus Fakten und Fiktionen, die dem Leser die verheerenden Folgen von 30 Jahren Krieg und Bürgerkrieg auf beklemmende Weise vor Augen führt.

Die Hauptfigur seines inhaltlich wie formal komplexesten Roman "Naçao Crioula" (1997; Ein Stein unter Wasser) entlehnte Agualusa einem Briefroman des portugiesischen Schriftstellers Eça de Queiroz (1845–1900). In einem geistreichen literarischen Spiel erweitert er die Vorlage um die Perspektive der Kolonie Angola auf Europa und auch auf das vor allem von Angola aus kolonisierte Brasilien.

Mit seinen Romanen, Erzählungen, Gedichten und Reportagen gehört er neben Pepetela und Mia Couto zu den bedeutendsten afrikanischen Gegenwartsautoren der portugiesischsprachigen Literatur.

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Veröffentlichungen in deutscher Übersetzung
Ein Stein Unter Wasser. Aus dem Portugiesischen von Inés Koebel. dtv, München 1999
http://www.agualusa.pt/
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