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Mirela Ivičevićs Arbeiten sind geprägt von schnellen Wechseln und überraschenden Wendungen. Vielfältiges Klangmaterial erscheint in Clustern, wird ineinander gewoben und wieder ausdifferenziert, und zieht das Publikum hinein in ein energetisches Klanggemenge, in dem doch stellenweise zarte Melodien durchscheinen. Diese Vielschichtigkeit spielt eine zentrale Rolle in der Arbeit der Künstlerin. Ivičević möchte die unterschiedlichen Klänge verbinden und einen Raum schaffen, in dem diese erfolgreich koexistieren können. Dieses Bestreben verfolgt die aus Split, Kroatien, stammende Komponistin, die vor dem Antritt ihrer Residenz beim Berliner Künstlerprogramm in Wien gelebt hat, nicht nur auf klanglicher Ebene: „Vielleicht weil ich in einer multiethnischen Familie in einem multiethnischen Staat aufgewachsen bin, vielleicht auch nicht, jedenfalls interessiert es mich immer mehr nach dem zu suchen, was unterschiedliche Klänge (oder Menschen) miteinander verbindet, bzw. nach dem was scheinbar ähnliche Strukturen voneinander unterscheidet.“
Ein weiterer Antrieb in ihrer Arbeit ist die Neugierde. Sie sucht die Herausforderung, sich dem Unbekannten und der Angst davor zu stellen, sieht es als eine große Bereicherung an, diese Angst zu überwinden und damit sogar andere motivieren zu können. Diese Abenteuerlust zeigt sich auch in ihren Arbeiten. So nimmt Ivičević die HörerInnen – als Komponistin und Musikerin sowie als Mit-Gründerin und Mitglied des Wiener Ensembles Black Page Orchestra und von 2009-2017 auch als Ko-Kuratorin und Produzentin des Festivals für Zeitgenössische Musik Dani Nove Glazbe Split in Kroatien – mit in eine Welt, in der klassische Komposition, Medienkunst und Performance ebenso dicht nebeneinanderstehen wie klassische Instrumentenklang, Noise, Pop und Artefakte realer Audioaufnahmen.

Ivičević studierte Komposition an der Musikakademie Zagreb, Medienkomposition an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien und Komposition bei Beat Furrer an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz. Neben einigen Arbeiten für Orchester und große Ensembles besteht ihr Ouevre überwiegend aus elektroakustischen und intermedialen Arbeiten, die oft von dem medialen Umfeld inspiriert sind, das die Komponistin umgibt. Sie entnimmt daraus Fragmente, hinterfragt den bestehenden Kontext und lädt spielerisch zu einer neuen künstlerischen Auseinandersetzung damit ein – eine Lust am Entdecken, die sich durch alle Bereiche von Ivičevićs Arbeit zieht und mit der sie auch auf der Bühne experimentiert: „Als Performerin kann man die Richtung in Echtzeit wechseln, oder etwas dazu komponieren. Das ist auch in gewisser Weise befreiend.“

Text: Miriam Akkermann

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