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Die österreichische Filmemacherin, Performance-Künstlerin und Malerin Ashley Hans Scheirl (*1956 als Angela Scheirl) ist eine wichtige Vertreterin der internationalen Queer und Transgender-Szene, die zunächst mit ihren Experimentalfilmen bekannt wurde. Das Präfix „trans-“ lässt sich bei Scheirls Arbeiten fast endlos erweitern, so ist ihr Werk transmedial, transdisziplinär, transgenre, transformativ und transgender – es entwickelt sich gerade im konstanten Übertreten oder Überwinden binärer Strukturen. Scheirls künstlerische Arbeitsweise ist geprägt von der Struktur der Transgression: es finden andauernde Überschreitungen zwischen privatem und öffentlichen Raum statt. Entsprechend kann Scheirl als Grenzgängerin bezeichnet werden, in Bezug auf die konventionellen künstlerischen Disziplinen oder Medien sowie in Bezug auf Geschlechtsidentität und gelebte Queerness.

Scheirls Filme aus den 1980er und frühen 1990er Jahren lassen sich an der Schnittstelle zwischen Experimentalfilm, Performance/Aktion, Musik sowie Ausdrucksformen lesbisch-queerer Sexualität verorten. Sie markieren einen wichtigen Moment in der Entwicklung der Konzeptkunst in Österreich. Ab 1995 wandte sich Scheirl verstärkt der Malerei zu, auch hier mit einem Hang zur Überschreitung der Grenzen des Mediums. Entsprechend lassen sich ihre Arbeiten nur schwer in einem einzelnen, spezifischen Mediendiskurs verorten. Zeitgleich mit dem Beginn ihrer Beschäftigung mit der Malerei veränderte Angela Scheirl ihre eigene Identität und ihren Körper hin zum männlichen Künstler Hans Scheirl – zeitweise unterstützt durch die Einnahme von Testosteron. Etwa 20 Jahre später transformierte Hans Scheirl seine eigene, fluide Identität erneut und lebt und arbeitet seither als Ashley Hans Scheirl.

Scheirls Werk entwickelt sich im kontinuierlichen Experimentieren und setzt an den Grenzen des Werkbegriffs an, indem es sich kontinuierlich transformiert, neuen Bezüge herstellt oder die Gattung wechselt. Es ist formal wie inhaltlich in den Zwischenräumen zu verorten und erproben die Unbestimmbarkeit, jedoch mit wiederkehrendem Vokabular und Motiven.

Zu sehen waren Ashley Hans Scheirls Arbeiten im internationalen Ausstellungen, Filmfestivals und unter anderem im vergangenen Jahr auf der documenta 14 in Athen und Kassel, im Taxispalais in Innsbruck, im New Museum in New York, im Kunsthaus Bregenz, in der Kunsthalle Düsseldorf, im MUSA Wien, in der Shedhalle in Zürich, in der Nova Galerija in Zagreb, im Semperdepot der Akademie der Bildenden Künste Wien, im Macba in Barcelona und im Museum Moderner Kunst Wien.

Text: Anja Lückenkemper



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