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Windklänge

Max Eastley führt auf immer wieder überraschende Art und Weise kinetische Skulptur und Klang in einzigartigen Formen zusammen. Die Arbeiten des 1944 in Großbritannien geborenen Künstlers und Musikers entstehen zumeist im Spiel von künstlerischer Intervention und Natur.
Die frühen Arbeiten der 1970er/80er Jahre zeigen eine intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte, Ästhetik und den akustischen Phänomenen der Äolsharfe. Windharfen und -flöten gehen bei Eastley immer eine gleichermaßen auditive sowie visuelle Beziehung zu ihrer Umgebung ein. Die Objekte werden scheinbar ,zufällig‘ durch die Winde in Schwingung versetzt, entfalten sogleich aber auch immer einen explizit künstlerischen Zugriff, durch Klangfarbe oder skulpturale Gestalt, auf das natürliche oder urbane Umfeld. Eastley dekonstruiert dafür förmlich das klassische Instrumentarium und lässt den Wind auf pfeifenartigen Objekten (Metal Wind Flute, 1976; Wind Flutes, London Musician‘s Collective, 1978) oder mehrere Meter langen Saiten (Chantenay Latex and Wood, 1986; Tyne Tees, 1991) spielen. Moderne Mikrofonie ermöglicht es dem Künstler in den jüngeren Arbeiten, selbst minimale Energieimpulse des Windes nicht nur sicht-, sondern auch hörbar werden zu lassen (Audible Forces, 2013/14; Windklänge, 2014). Die Skulpturen Eastleys stehen dabei immer in Bezug zum Stadt- oder Naturraum und lenken die Aufmerksamkeit nicht nur auf uns unmerklich umgebende Dynamiken, sondern auch auf die visuellen Kontrapunkte zur spezifischen Umgebung. 2013 entstand mit aeolian circles schließlich eine Installation, die die Kräfte von Außen- und Innenraum – acht Windharfen auf dem Dach und zehn individuelle Klangskulpturen innerhalb eines alten Berliner Wasserspeichers – miteinander verband. Die sonoren bis scharf schrillen Klänge der Windharfen wurden elektronisch verstärkt und in Echtzeit direkt ins Innere des Speichers übertragen, wo sie sich überraschend feinfühlig mit den auditiven und visuellen Landschaften der kinetischen Skulpturen vermischten.
Die Installationen und Skulpturen Eastleys lassen durch rhythmische oder klangfarbliche Pattern die Strukturen der den Menschen umschließenden Außenwelt erkennen, ohne sich dabei dem Diktat des künstlerischen Eingriffs vollends zu unterwerfen. Es ist immer eine gewisse ,Poesie des Alltags‘ oder die ,naturgemäßen Kontingenz‘, die sich leicht tänzelnd in den Skulpturen und Installationen Eastleys entfaltet.
Eastley ist aber nicht nur bildender Klangkünstler, sondern in gleichem Maße auch Musiker und Aktivist. Performances und Konzerte mit Schwirrhölzern (Whirled Music, 1978), aufgenommenen Windharfen oder selbstgebauten Instrumenten wie dem Arc, einem flexiblen, elektroakustisch erweiterbaren Monochord, gehören zu seinem musikalischen Repertoire. Seit 2003 engagiert er sich zudem mit Installationen oder Performances für das Cape Farewell Climate Change Project, durch das Künstler und Wissenschaftler auf die Auswirkungen der globalen Klimaveränderungen für die Arktis aufmerksam machen.

Text: Fabian Czolbe

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