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Der 1944 in Soissons in Nordfrankreich geborene Michel Auder begann Anfang der 1960er-Jahre in Paris, Filme zu machen. 1969 kaufte er eine Sony Portapak, die erste tragbare Videokamera, und begann seine bis heute anhaltende Karriere als Videokünstler.

Auders Filme sind untrennbar mit seinem eigenen Leben verwoben. Mit der Portapak entdeckte er eine Form des Filmemachens ohne Drehbuch und Set; er trug einfach seine Kamera mit sich herum und machte sich ‚die Welt zum Set und die Menschen zu Schauspielern’. Ende der 1960er-Jahre und den größten Teil der 1970er-Jahre lebte er mit seiner Frau Susan Hoffmann – oder ‚Viva’, wie Andy Warhol und die meisten sie nannten – im New Yorker Chelsea Hotel. Das Filmmaterial aus dieser Zeit wurde sehr viel später geschnitten und führte zu Filmen wie ‚Chelsea Girls with Andy Warhol 1971-76’ (1994) und ‚The Cockettes, New York City 1971’ (2008). Während diese und andere Filme wie das tagebuchartige ‚My Last Bag of Heroin (For Real)’ (1986) verschiedene Episoden aus Auders Leben (und dem der Menschen um ihn herum) festhalten, sind andere als Video-Porträts (‚Annie Sprinkle’ 1981-84; ‚Cindy Sherman’, 1988; ‚Portrait of Alice Neel 1976/82’, 2000), als Essays (‚I was Looking Back To See if You Were Looking Back at Me To See Me Looking Back at You’, 2012; ‚Rooftops and Other Scenes’, 1996; ‚Voyage to the Center of the Phone Lines’, 1993), als Briefe (‚Made for Denise’; ‚My Love’, beide 1978 ) oder als Collagen mit einer musikalischen oder poetischen rhythmischen Struktur konzipiert. (‚Brooding Angels, Made for R.L.’, 1998; ‚Endless Column’, 2001; ‚The Games: Olympic Variations’, 1984; ‚Polaroid Cocaine’, 1993). Auders Filme haben eine Affinität zu Literatur und literarischen Formen – einem persönlichen Interesse des Filmemachers, das auch in einer Reihe von Filmen über Dichter und Schriftsteller zum Ausdruck kommt (‚Adriano Spatola at Melkweg – Amsterdam’, 1980; ‚Alain Robbe-Grillet – NYU’, 1979; ‚Allen Ginsberg at St. Marks Church’, 1976; ‚Gerard Malanga’, 1977; ‚John Ashbery Reading at Southampton College’, 1977; ‚John Cooper Clarke at Melkweg – Amsterdam’, 1980; ‚Kathy Acker at Melkweg – Amsterdam’, 1980; ‚William S. Burroughs Reading at Melkweg – Amsterdam’, 1980, und verschiedene Filme über den Dichter Gregory Corso).

Auders eigenen Aussagen zufolge beschreiben seine Filme ‚die Welt, wie er sie sieht’. Er verwendet die Kamera, um Ereignisse und Gespräche zu transkribieren, aber auch um festzuhalten, was er aus seinem Wohnungsfenster, im Fernsehen, in einem Buch oder Magazin sieht. All diese Beobachtungen werden in eine riesige Bilddatenbank eingespeist und – manchmal sehr viel später – durchgesehen und in neue Filme geschnitten. Dieses fortlaufende und scheinbar ununterbrochene Projekt ist auch von zunehmend portablen Kameras geprägt (heute verwendet Auder meistens ein Smartphone, um neues Material zu drehen). Den unkonventionellen Ansatz im Umgang mit seinem immensen Archiv beschreibt er wie folgt:
Ich sehe keinerlei Grund, es zu löschen, auch wenn es schlecht aussieht. Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass ich noch 20 Jahre später irgendetwas Interessantes darin finden kann. Ich war klug genug zu begreifen, dass die Dinge altern und dass die Bedeutungen sich ändern. Ohne groß darüber nachzudenken, weiß ich, dass alles aufbewahrt werden muss, weil ich weiß, dass es einmal von Nutzen sein wird – wenn nicht das Bild, dann die Tonspur. Ich denke nicht darüber nach, ich drehe etwas und fertig, dann ist es im Kasten. Es wird sich nicht wegbewegen, es ist Teil meiner Arbeit.

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