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Ho Tzu Nyen, geboren 1976 in Singapur, produziert Filme, Videos, Performances und Installationen. Ho ist sowohl als bildender Künstler, wie auch als Filmemacher aktiv und erfolgreich. Sein Film „Here“, ein 2009 veröffentlichtes, Psychologie-Patientendrama, wurde auf den internationalen Filmfestspielen in Cannes gezeigt. Doch es ist nicht so sehr die Anerkennung in der Filmwelt, die den Künstler, der die Kunstakademien in Melbourne und Singapur besuchte, treibt. Was Ho unter anderem am Medium Film interessiert, ist die Materialität der Zeit. Um diese für den Zuschauer spürbar zu machen, verlangsamt er sein filmisches Material oder er beschleunigt es: „Für gewöhnlich ziehe ich es vor, lange oder langsame Filme zu produzieren. Andererseits interessiert mich auch das andere Extrem: sehr schnelle und sehr kurze Filme. Nur wenn ein Film die korrekte Geschwindigkeit und Rhythmus besitzt, irritert mich das eher. Mir scheint, wenn man sich im Fluss und der Narration verliert, vergisst man die Zeit. Ist der Film jedoch etwas zu langsam, gewinnt die Zeit eine gewisse dichte und Plastizität.“ Schon Andy Warhol war der Zeit im Film auf der Spur, als er 1964 acht Stunden lang das nächtliche Empire State Building filmte und sein Material anschliessend in voller Länge zur Aufführung brachte. Warhol war es dabei egal, ob die Leute während der Vorführung zwischendurch das Kino verließen, um Einkäufe zu erledigen oder etwas zu essen, oder einfach sanft entschlummerten. Seither nahm die Attraktivität des Kinos für die bildenen Kunst weiter zu, wie die neueren Kino-Ausflüge von Julian Schnabel, Sam Taylor Wood, Steve McQueen oder Matthew Barney zeigen.

Es sind die unsichtbaren Grenzen und ungeschriebenen Gesetze die Ho im Film wie in der Kunst zu reizen scheinen. „Was mich immer interessiert hat, ist die Konstruktion einer Praxis, die so flüssig ist, um anschlussfähig in ganz unterschiedlichen Feldern zu sein. Es war nie mein Ziel, das zu werden, was man gelegentlich einen ,multidisziplinären Künstler‘ nennt – vielmehr möchte ich eine bestimmte Praxis oder eine bestimmte Logik der Wahrnehmung in verschiedene Bereiche der kultureller Produktion verpflanzen.“ In der Übertragung Ansätzen aus der bildenden Kunst in den Film findet eine Verfremdung und Erweiterung der filmischen Sprache statt. Bei „Earth“ (2010) etwa handelt es sich um ein vierzigminütiges, post-apokalyptisches Tableaux Vivant, gedreht in einer einzigen Einstellung mit rund 50 Schauspielern, die ohnmächtig in einem riesigen, durchkomponierten Trümmerhaufen vegetieren. Die Szene wirkt wie nach einer Katastrophe, einem Erdbeben vielleicht. Immer wieder zoomt die Kamera in das Bild mit den Menschen im Dämmerzustand und aus dem Bild hinaus, ständig verändert sich die Lichtstimmung. „Earth“ so sagt Ho „ist mein Versuch meine Obsession mit dem Licht und der Komposition von Malern wie Caravaggio, Rembrandt, Girodet und Géricault nachzugehen.“ Er verfolgt diese Obsession nicht als Maler, sondern als Regisseur. Doch selbst in dieser Rolle bleibt er Künstler.


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